Kategorie: Interview

  • „Pflegekräfte aus dem Ausland brauchen einen Vertrauensvorschuss“: Youness Youssfi, Einrichtungsleiter

    „Pflegekräfte aus dem Ausland brauchen einen Vertrauensvorschuss“: Youness Youssfi, Einrichtungsleiter

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    Die ersten vier Pflegekräfte aus dem Ausland, die in der Seniorenresidenz „Glemstalblick“ im Einsatz waren, haben das Unternehmen nach kurzer Zeit wieder verlassen. Dann kam Youness Youssfi als neuer Einrichtungsleiter und hat sofort gesehen, was in Sachen Integration schief läuft. Im Interview mit context YELLOWS berichtet er über sein neues Onboarding- und Integrationskonzept und seine Vorstellung von guter Führung.

    [us_separator][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Wie viele Pflegekräfte aus dem Ausland arbeiten aktuell bei Ihnen?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Inzwischen arbeiten sechs neue Pflegekräfte aus Vietnam, Brasilien, China und von den Philippinen bei uns, vier von ihnen wurden über context YELLOWS vermittelt. Sie kommen hier in ein Multi Kulti-Haus, in dem auch die Stammbelegschaft kulturelle Hintergründe aus aller Herren Länder mitbringt. Insgesamt sind in den Einrichtungen des Arbeiter-Samariter-Bundes in der Region Stuttgart 69 ausländische Pflegekräfte beschäftigt.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Was haben Sie am Onboardingkonzept geändert?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Es war sehr frustrierend zu sehen, welcher Zeit- und Geldaufwand in die ersten vier ausländischen Pflegekräfte investiert worden war, ohne dass es sich nachhaltig gelohnt hätte. Mir war klar: Wir machen irgendwas falsch, das muss besser begleitet werden. Ich habe dann alles ganz neu aufgesetzt. Angefangen mit der Abholung vom Flughafen mit einem Shuttle Service über die möblierte und mit Besteck und anderem Haushaltszubehör ausgestattete Wohnung, die wir zur Verfügung stellen, bis hin zum Laptop, den die ausländischen Pflegekräfte von uns bekommen, damit sie im Anpassungskurs mitschreiben können.

    Wir besorgen Verpflegung für die ersten zwei, drei Tage und begleiten die internationalen Mitarbeitenden bei Behördengängen, z.B. zur Ummeldung, und zur Kontoeröffnung bei der Bank. Die ersten Tage nach der Einreise haben sie frei, damit sie sich akklimatisieren können. Drei, vier Tage muss man ihnen schon geben, damit sie die Wege zwischen Einrichtung, Wohnung und Innenstadt üben und erste Kontakte mit Kolleg*innen knüpfen können. Vielleicht ergibt es sich, dass sie mit jemandem gemeinsam zur Arbeit gehen können?

    Und das alles ist nur das Onboardingprogramm für die erste Woche. Ich vertraue da auf meine eigene Lebenserfahrung. Ich habe selber einen Migrationshintergrund und habe mich vom Pflegehelfer zur Pflegefachkraft und schließlich zur Einrichtungsleitung hochgearbeitet. Ich weiß, wo die Hürden liegen.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Was ist nach der Einreisephase wichtig?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Die richtige Erwartungshaltung ist wichtig. Man kann nicht davon ausgehen, dass die Arbeitsmigrant*innen vom ersten Tag an „spuren“, also genauso viel leisten wie langjährige Mitarbeitende. Sie brauchen viel Unterstützung. Sie kommen aus einer anderen Kultur, alle Abläufe sind neu für sie. Und selbst nach der bestandenen Prüfung fühlt es sich an, wie ins kalte Wasser geworfen zu werden, wenn man erstmals eigenverantwortlich mit Ärzt*innen telefonieren, sich mit Angehörigen auseinandersetzen und mit Bewohner*innen klarkommen muss. Viele internationale Mitarbeitende haben anfangs Angst davor und müssen auch nach der Anerkennung noch so lange begleitet werden, bis sie sicher sind, alleine klarzukommen.

    Ich als Einrichtungsleiter kümmere mich gemeinsam mit der Pflegedienstleitung und einer Praxisanleiterin und gerontopsychiatrischen Fachkraft darum, dass regelmäßige Evaluationsgespräche durchgeführt werden: Was klappt schon gut, was noch nicht? Welche Sorgen gibt es? Auch mit der Bildungsstätte, in der der Anpassungskurs stattfindet, gibt es Gespräche mit den Pädagog*innen, einem Mitarbeitenden aus unserer Einrichtung und der ausländischen Pflegekraft. Und nicht zuletzt haben wir einmal die Woche eine interdisziplinäre Teambesprechung mit der Pflege, den Betreuungsassistent*innen, der Küche, der Hauswirtschaft. Auch da werden regelmäßig interkulturelle Themen diskutiert.

    Oft geht es um die Sprachbarriere und auch kulturell bedingte Charaktermerkmale. Unsere asiatischen Pflegekräfte sind schüchtern, haben Probleme mit der Konfrontation und trauen sich oft nicht, nein zu sagen. Sie sagen immer „Ja und Amen“, auch wenn sie etwas nicht verstehen oder wenn ihnen etwas nicht passt. Wir müssen ihnen erst beibringen, dass man sich auch wehren darf und dass es jemanden gibt, an den sie sich wenden können. Die einheimischen Mitarbeitenden können sich auf unserer Fortbildungsplattform online auch zum Thema interkulturelle Kompetenz informieren. Wir haben eine WhatsApp-Gruppe, in der sie Angebote für die neuen internationalen Kolleg*innen posten können. Der eine lädt mal zum Abendessen ein, die andere bietet privaten Deutschunterricht.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Wie kommen Ihre internationalen Mitarbeitenden mit der Lage der Einrichtung klar?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Leonberg ist zwar keine Großstadt, aber doch eine mittelgroße Stadt, in der es alles gibt, was man zum Leben braucht – einschließlich Freizeitmöglichkeiten. Nach Stuttgart sind es mit dem Auto auch nur 15 Minuten, mit dem öffentlichen Nahverkehr eine halbe Stunde. Wir bieten das Jobticket an. Insofern haben wir da nicht die Schwierigkeiten, die Einrichtungen in ländlichen Gebieten haben, Pflegekräfte zu halten.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Welche Herausforderungen gibt es innerhalb der Pflegeteams?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Urlaub ist natürlich immer ein Thema. Unsere ausländischen Pflegekräfte möchten gerne vier, fünf Wochen am Stück nehmen, um in die Heimat zu fliegen. Und ich verstehe nicht, warum man das nicht möglich machen sollte. Dienstplantechnisch lässt es sich einrichten, die Wünsche der Stammbelegschaft werden ja auch so gut es geht berücksichtigt, und der Vorteil ist doch, dass die internationalen Mitarbeitenden den Rest des Jahres dann zum Arbeiten zur Verfügung stehen. Meist auch sehr gern. Aus Dankbarkeit dafür, dass wir ihnen den langen Heimaturlaub ermöglichen, melden sie sich freiwillig für Krankheitsvertretungen. Und das wird dann natürlich zusätzlich vergütet oder wir fragen sofort, welchen anderen Wunschtag man dafür frei haben möchte. Unser Ausfallmanagement wird in letzter Zeit immer besser, unser Krankenstand geht zurück. Wenn es viel Krankheit gibt, läuft immer irgendetwas schief, und dem muss man dann auf den Grund gehen.

    Mit dem Urlaub machen wir es so, dass wir langfristig planen und einen Urlaubsplan aushängen, in den sich alle Pflegekräfte eintragen können. Sie sehen dann ja selbst, wenn sich etwas überschneidet, und gehen von ganz alleine miteinander ins Gespräch, um Kompromisse zu finden. Das ist mir sowieso sehr wichtig, dass meine Mitarbeitenden selber Lösungsvorschläge bringen. Und dass sie nicht nur an sich selbst denken. Wir müssen alle in dieselbe Richtung rudern, sonst kann das nicht funktionieren. Wenn man ihnen als Einrichtungsleiter die Möglichkeit gibt mit zu entscheiden, und nur im Konfliktfall eingreift, sorgt das langfristig für mehr Zufriedenheit.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Das klingt nach einem modernen Führungsstil…“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Ja, ich erziehe meine Mitarbeitenden dazu, nicht in der Opferrolle zu verharren, nach dem Motto: Gegen den Pflegenotstand kann man sowieso nichts machen. Denn das stimmt nicht. Oft entstehen die besten Lösungsansätze aus einer vagen Idee, die jemand äußert, von dem man es am wenigsten erwartet hätte. Das lobe ich dann und vermittele: Jede Idee ist wertvoll! Wir hören uns alle Vorschläge an und entscheiden uns dann für den besten. Ein Pflegehelfer ist bei uns genauso wichtig wie die Pflegedienstleiterin – oder eben eine frisch eingetroffene Fachkraft aus dem Ausland.

    Leider ist im Gesundheitswesen ein bestrafender Führungsstil noch weit verbreitet, der bei Problemen immer zuerst die Schuldfrage stellt. Bei uns wissen alle, dass sie für Fehler nicht verurteilt werden, sondern dass wir gemeinsam daraus lernen. Dass es nicht darauf ankommt, wer ein Problem verursacht hat, sondern wem der beste Lösungsansatz einfällt. Je mehr Probleme sie auf diese Weise gemeinsam lösen, desto besser kommen die Pflegeteams selbst zurecht. Ich glaube, dass meine Einrichtung dann am besten läuft, wenn sie auch ohne mich funktioniert. Gute Führung hängt nicht an einer Person, die Wissen hortet, sondern an Strukturen, die darauf ausgerichtet sind, dass alle mitmachen und am selben Strang ziehen.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Wie läuft die Zusammenarbeit mit context YELLOWS?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Wir arbeiten auch noch mit einem anderen Personalvermittler zusammen, daher habe ich den direkten Vergleich. Olivia Prauss von context YELLOWS kümmert sich wirklich vorbildlich. Ich habe noch nie erlebt, dass ein Personalvermittler die vermittelten Personen so schön begleitet. Ich bin wirklich sehr dankbar.

    Frau Prauss bleibt im regelmäßigen Austausch mit mir, sie war auch schon hier vor Ort und wir haben ein interkulturelles Abendessen organisiert. Es ist sehr hilfreich, dass sich die chinesischen Pflegekräfte mit ihren Sorgen auch an Frau Prauss wenden können, wenn sie sich nicht trauen, damit zu mir zu kommen. Dann kann sie vermitteln.

    Aktuell haben zum Beispiel leider zwei Pflegefachkräfte einen der drei mündlichen Teile der Prüfung am Ende des Anerkennungskurses nicht bestanden. Nun machen wir ihnen keine Vorwürfe, sondern Mut: „Bei der Wiederholungsprüfung schaffen Sie das!“ Wir finanzieren ihnen noch einmal einen zweiwöchigen Prüfungsvorbereitungskurs und stellen sie dafür frei. Auch Frau Prauss wirkt positiv auf sie ein: „Es ist fast geschafft, jetzt konzentriert euch noch ein letztes Mal!“

    Für uns hängt viel davon ab, dass sie die Wiederholungsprüfung bestehen. Denn eine dritte Chance bekommen sie nicht, der Antrag auf Anerkennung wird dann abgelehnt.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Können Sie Ihre Tipps für andere Gesundheitseinrichtungen noch einmal zusammenfassen?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Nehmen Sie sich Zeit für die Integration der neuen Kolleg*innen aus dem Ausland! Machen Sie Ihren Mitarbeiter*innen begreiflich, dass sie in ihre eigene Zukunft investieren, wenn sie die ausländischen Pflegekräfte gut begleiten und ihnen positiv begegnen. Nur, wenn man ihnen Vertrauen schenkt, kann das Miteinander funktionieren.

    Und machen Sie möglich, was irgend geht. Wir haben eine ausländische Pflegekraft, die uns kürzlich mitgeteilt hat, dass sie ihr 4-jähriges Kind nach Deutschland holen muss, weil die Betreuungssituation sich zerschlagen hat. Da können wir jetzt nicht nein sagen. Und wir müssen mitdenken: an den Kitaplatz, daran, dass die Mutter vielleicht nur noch Teilzeit arbeiten können wird, wenn das Kind hier ist. Je mehr man sich engagiert, desto mehr Dankbarkeit bekommt man zurück. Die Pflegekräfte aus China, Vietnam und anderen Ländern engagieren sich zu 100 Prozent, denn sie merken, dass es ein Geben und Nehmen ist.

    Schreiten Sie streng ein, wenn Sie erleben, dass die ausländischen Pflegekräfte schlecht behandelt werden. Einheimische Mitarbeitende können manchmal wirklich grausam sein. Ich dulde es nicht, wenn jemand laut oder dominant wird. Wir haben einen so genannten „ASB-Verhaltenskodex“, der muss respektiert werden. Niemand hat es verdient, angeschrien zu werden. Wir sind alle Angestellte des Arbeiter-Samariter-Bundes und keiner kann seinen Job ohne die Hilfe der anderen machen. Darum werden hier auch alle gleich behandelt. Wir müssen uns doch gegenseitig das Leben nicht noch schwerer machen als es ist.

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    Interview: Maja Schäfer

  • „Nach der bestanden Kenntnisprüfung habe ich neuen Mut gefasst“: Sarra, Pflegefachfrau aus Tunesien

    „Nach der bestanden Kenntnisprüfung habe ich neuen Mut gefasst“: Sarra, Pflegefachfrau aus Tunesien

    [us_image image=“27850″ align=“center“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“]

    „Nach der bestanden Kenntnisprüfung habe ich neuen Mut gefasst“: Sarra, Pflegefachfrau aus Tunesien

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    Sarra, 28, ist vor einem Jahr mit context YELLOWS als tunesische Pflegekraft nach Deutschland gekommen. Ihr Start war nicht ganz einfach, aber inzwischen hat sie im zweiten Versuch die Kenntnisprüfung bestanden, Freunde gefunden und optimistische Zukunftspläne geschmiedet.

    [us_separator][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Wie hat Deine Pflegekarriere in Tunesien begonnen?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Ich habe mein Abitur und ein Pflegestudium absolviert und dann seit 2018 in der Orthopädie, in der Chirurgie und in der Notaufnahme im Krankenhaus gearbeitet. Aber auch in der ambulanten Pflege hatte ich Einsätze. Am besten hat es mir in der pädiatrischen Chirurgie gefallen, denn ich arbeite gerne mit Kindern.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Wie läuft Dein Leben in Deutschland?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Ich habe zwei Freundinnen gefunden, die auch internationale Pflegekräfte sind und denselben Herausforderungen gegenüberstehen wie ich. In unserer Freizeit treffen wir uns, gehen spazieren, machen ein Picknick oder Sport im Fitnessstudio oder entdecken andere Städte. Da ich sehr nah an meinem Arbeitsplatz wohne, möchte ich, wenn ich frei habe, am liebsten etwas anderes sehen. Ich reise gerne nach Köln, Berlin oder Frankreich, überall dort habe ich Familie. Italien mag ich auch sehr gern.

    An Deutschland gefällt mir, dass es viele historische Orte, Sehenswürdigkeiten und Museen gibt. Die alten Schlösser, Burgen und die Natur sind schön. Man kann einfach nach draußen gehen und sie genießen. Was mir nicht gefällt, ist das Wetter. Ich vermisse die Sonne. Und das Essen schmeckt mir nicht. In der Stadt, in der ich wohne, gibt es keine tunesischen Restaurants. In Großstädten ist es einfacher, mein Lieblingsessen Couscous zu bekommen. Ich komme aus der tunesischen Großstadt Sousse, dort gibt es viel Tourismus und viele Unterhaltungsangebote.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Welche Unterschiede sind Dir im Arbeitsalltag aufgefallen?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Die Aufgaben unterscheiden sich. In Tunesien sind die Pflegekräfte für Verbände, Medikamente, Injektionen, Infusionen und für die Dokumentation zuständig. Körperpflege machen sie dort nicht, dafür gibt es Hilfskräfte. Es war schwer für mich, mich daran zu gewöhnen, dass ich hier auch für die Grundpflege zuständig bin, denn das hatte ich noch nie gemacht. Inzwischen geht es besser.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Wie hat context YELLOWS Dir geholfen?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Sie haben ein Gespräch mit der Geschäftsführung geführt, als ich kurz vor der Kenntnisprüfung Schwierigkeiten im Team bekam. Bis dahin war alles gut gelaufen, alle waren nett zu mir. Aber als die Kolleg*innen hörten, dass ich nach der Prüfung als vollwertige Pflegefachkraft arbeiten würde, hat eine ältere Mitarbeiterin gesagt, sie würde mich nicht als Schichtleiterin akzeptieren. Ich habe sie zur Rede gestellt, schließlich arbeitete ich schon seit zehn Monaten im Team und es hatte nie Probleme gegeben. context YELLOWS und die Geschäftsführung haben nun vereinbart, dass ich eine andere Stelle in einer anderen Einrichtung des Unternehmens bekommen soll. Die wurde auch schon gefunden, nur leider noch keine Wohnung.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Was sind Deine weiteren Karrierepläne?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Irgendwann würde ich gerne eine Weiterbildung machen und in einem Multi-Kulti-Team arbeiten. Ich habe Freunde, die im Krankenhaus auf einer Station mit Inder*innen, Spanier*innen, Philippiner*innen und Pol*innen zusammenarbeiten. Nachdem ich nun die Kenntnisprüfung bestanden habe, habe ich neuen Mut gefasst, dass es in Zukunft einfacher werden wird. Hätte ich die Prüfung auch im zweiten Anlauf nicht geschafft, wäre ich nach Hause gegangen. Aber inzwischen denke ich positiver!

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    Interview: Maja Schäfer

  • „Ich mache immer einen Plan, bevor ich den nächsten Schritt gehe“: Dhia, Pflegefachkraft aus Tunesien

    „Ich mache immer einen Plan, bevor ich den nächsten Schritt gehe“: Dhia, Pflegefachkraft aus Tunesien

    [us_image image=“27125″ align=“center“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“]

    „Ich mache immer einen Plan, bevor ich den nächsten Schritt gehe“: Dhia, Pflegefachkraft aus Tunesien

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    Dhia kommt aus Tunesien und ist 27 Jahre alt. In seiner Heimat hat er als Krankenpfleger unter anderem in der Notaufnahme, auf der Intensivstation und im Coronadienst gearbeitet. Dann ist er mit Hilfe von context YELLOWS nach Deutschland gekommen, um seine Kompetenzen zu erweitern, seine Karrierechancen und seine finanzielle Lage zu verbessern. 

    [us_separator][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Wie war Dein Start im Gesundheitswesen in Deutschland?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Die deutsche Sprache war kein Problem für mich. Ich habe mich in Tunesien gut vorbereitet und hatte Nebenjobs in der Tourismusbranche, um besser Deutsch zu lernen. Mein Chef im Hotel hat zwar zweimal zu mir gesagt: „Dhia, Du bist Krankenpfleger, Du solltest Deine Arbeit machen und nicht Deutsch lernen.“ Aber es hat sich ausgezahlt. Ich bin nach der Rekrutierung durch context YELLOWS mit einem B1 Deutschzertifikat eingereist und habe wenig später die B2-Prüfung bestanden, meine Anerkennungsurkunde bekommen und arbeite jetzt als Pflegefachkraft im St. Elisabeth Stift Riedlingen, einer Pflegeeinrichtung. Das war mein Ziel. Ich mache immer einen Plan, bevor ich den nächsten Schritt gehe. Das ist sehr wichtig für mich. 

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Wie gefällt Dir die Stadt Riedlingen in Baden-Württemberg?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Es ist eine Kleinstadt und ein bisschen anders als die Stadt Gafsa in Tunesien mit 85.000 Einwohnern, in der ich gewohnt habe. Aber es gibt hier alles, was man zum täglichen Leben braucht, Supermärkte und so. Für Freizeitunternehmungen muss ich nach Stuttgart oder München fahren, aber das ist okay.

    Ich habe hier auch Freunde gefunden, deutsche und internationale. Die interkulturelle Kommunikation ist wichtig. Zwei meiner Kollegen sind auch Tunesier, Walid und Amor. Besonders Walid und ich haben viel zusammen unternommen, uns verschiedene Orte in Deutschland angeschaut und gemeinsam Sport gemacht, um Stress abzubauen. Inzwischen studiert er und muss sich auf Prüfungen vorbereiten und hat daher nicht mehr so viel Zeit.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Wie erlebst Du die Pflege in Deutschland?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    In Tunesien machen wir Pflegefachkräfte mehr medizinische Sachen. Wir haben Aufgaben wie Blut abnehmen, EKGs messen, Katheter legen. Ich war sehr gut in meinem Beruf und vermisse durchaus manchmal diese Aufgaben. Ich war gerade elf Tage im Urlaub in der Heimat und habe mein altes Krankenhaus besucht, da ist mir wieder aufgefallen, wie anders alles ist. 

    Mein Chef und die Pflegedienstleiterin und die multikulturellen Teams sind aber wirklich sehr nett. An der Altenpflege in Deutschland gefällt es mir, mit den alten Menschen zu lachen und zu spielen. Zum Beispiel spielen wir am Tisch mit einem Ball. Das macht mir Spaß. In meinem Studium habe ich gelernt, dass Senior*innen nicht nur Pflege, sondern auch moralische Unterstützung brauchen. 

    Auch meine Religion sagt, dass man sich um alte Menschen kümmern soll, darum bin ich stolz darauf, dass ich das beruflich tue. Meine Religion und mein Gott liegen mir sehr am Herzen, und zum Glück gibt es in Deutschland religiöse Freiheit. Jeder kann glauben, was er will, und verschiedene Religionen leben zusammen.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Welche Wünsche für die Zukunft hast Du?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Ich würde mir wünschen, mal mehr Urlaub am Stück nehmen zu dürfen, drei oder vier Wochen. Elf Tage Heimatbesuch sind zu kurz. Man braucht zwei Tage für die Hin- und Rückreise, dann muss man erstmal einen Tag schlafen, weil man müde von der Reise ist, und so bleibt zu wenig Zeit für die Angehörigen. Ich hatte sie immerhin seit sieben Monaten nicht gesehen. 

    Allgemein ist es nicht schwer für mich ohne Familie, denn ich habe sowieso alleine gelebt, seit ich studiert habe, und bin viel ausgegangen. Schwierig wird es nur, wenn jemand krank wird, wenn ich weit weg bin. 

    Außerdem möchte ich mich weiterbilden und mehr Geld verdienen. Ich kenne Pflegekräfte in Deutschland, die mehr verdienen. Ich schicke jeden Monat Geld nach Hause, um meine kranke Mutter und meinen studierenden Bruder zu unterstützen. Er will Arzt werden und braucht viel Geld für Papier und Bücher. Meine Mutter kann nicht wie die Leute hier in Deutschland ihre Versicherungskarte nehmen und einfach zum Arzt gehen. Sie muss alles selbst bezahlen. Darum lebe ich in einer WG, um Kosten zu sparen. Irgendwann würde ich mir auch gerne alleine eine Wohnung leisten können. Ich habe zwar eigentlich kein Problem, mit anderen Menschen klarzukommen, aber jeder Mensch wünscht sich mehr Freiheit.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Welchen Tipp hast Du für andere Pflegekräfte aus dem Ausland, die nach Deutschland kommen wollen?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Für die Integration ausländischer Pflegekräfte ist es wichtig, dass sie gut Deutsch sprechen und die Kultur kennenlernen. Und wenn man die Leute hier respektiert, obwohl sie anders sind als Tunesier, bekommt man Respekt zurück. In Tunesien pflegen wir warme zwischenmenschliche Beziehungen. Viele Menschen sind auf den Straßen unterwegs, begrüßen sich, plaudern miteinander. Hier haben alle viel Arbeit und kümmern sich nur um sich und ihre Familie. Das muss man akzeptieren.

    Meine Ansprechpartnerin Monika Lehmann von der Agentur context YELLOWS, die auf die Rekrutierung von Pflegekräften aus Tunesien spezialisiert ist, hat mir sehr dabei geholfen und mich moralisch unterstützt. Sie fragt nach meiner Mutter und motiviert mich, meine Karrierepläne umzusetzen. Dafür bin ich ehrlich sehr dankbar. Auch ihr Kooperationspartner Walid war eine wichtige Bezugsperson für mich. Er ist auch Tunesier und versteht mich gut.

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    Interview: Maja Schäfer

  • Bald ist es soweit: Barcamp „Digitalisierung in der Sozialen Arbeit“ in Heilbronn oder online

    Bald ist es soweit: Barcamp „Digitalisierung in der Sozialen Arbeit“ in Heilbronn oder online

    [us_image image=“26858″ align=“center“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator]

    Nächste Woche steigt das Barcamp „Digitalisierung in der Sozialen Arbeit“, das wir von context YELLOWS für das DHBW Center for Advanced Studies in Heilbronn auf die Beine stellen. Die Vorbereitungen gehen jetzt in die heiße Phase und wir freuen uns schon sehr! 

    Um ein wenig neugierig zu machen, stellen wir heute eine erste Auswahl von Inputgeber*innen vor, die beim Barcamp zwischen den so genannten „Sessions“ ein spannendes Interview geben  werden. Dazu gehören: 

    • Sarah Theune, Vorständin beim Verband für Digitalisierung in der Sozialwirtschaft e.V. (vediso) (Interview mit Sarah Theune im Barcamp Blog)
    • Matthias Hild, Referent Digitalstrategie beim Deutschen Caritas Verband 
    • Melissa Böttinger, Doktorandin an der Universität Heidelberg 
    • Marios Stefanakis, Entwickler einer App zur Auswertung von Physiotherapie-, Ergotherapie- und Logopädiebehandlungen
    • Nicole Memmer, Universität Heidelberg, setzt eine App aus den USA, die die soziale Eingebundenheit von Klient*innen fördert, erstmals in Deutschland ein
    • Björn Gorniak, Connext GmbH, blickt im Gespräch auf die zahlreichen Herausforderungen in der Sozialwirtschaft und die zentralen Hebel für die Zukunftsfähigkeit von Organisationen.

    Ein Barcamp ist allerdings ein freies Veranstaltungsformat, bei dem nicht nur vorher gebuchte Profi-Referent*innen Vorträge anbieten, sondern bei dem zu Beginn auch die Teilnehmer*innen Themen und Fragestellungen „pitchen“, die sie spannend finden. Es gibt nur eine Bedingung: Sie müssen zum Oberthema des Barcamps passen. Eine Session besteht aus einem kurzen Input, einer Fragestellung, einem Austausch – wichtig ist, dass sich die Teilnehmer einbringen.. Je nach Kreativität der Teilnehmer*innen können auch ungewöhnliche Formate wie z.B. die „Fuck-up Session“ eingesetzt werden, um über Scheitern und die gewonnen Lernerfahrungen in den Austausch zu kommen. Klingt interessant? Sei dabei!

    Was? Barcamp „Digitalisierung in der Sozialen Arbeit“

    Wann? Am 20. und 21. November 2023

    Wo? Online oder am Bildungscampus des DHBW Center for Advanced Studies in Heilbronn

    Informationen zur Anmeldung, zum Barcamp-Format und einen spannenden Blog mit Expert:innenperspektiven zur Digitalisierung in der Sozialen Arbeit findest Du hier:

    https://digitalsozial.camp/

  • Digitales Lernen für ausländische Pflegekräfte

    Digitales Lernen für ausländische Pflegekräfte

    [us_image image=“26819″ align=“center“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator]

    Vom hybriden Führungskräftetraining bis zum Veranstaltungsformat Online-Barcamp – das neue Konzept des „digitalen Lernens“ umfasst ein breites Spektrum an modernen Methoden der Wissensvermittlung. Ganz besonders eignet es sich für den Einsatz bei der Qualifizierung ausländischer Pflegekräfte, findet Karin Kießling, Geschäftsführerin bei context YELLOWS. Denn diese Zielgruppe ist ohnehin sehr digitalaffin, braucht oft mehrfache Wiederholungen des Unterrichtsstoffes und zusätzliche Lernhilfen.

    [us_separator][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Warum hat eLearning im Gesundheitswesen gerade in den letzten Jahren so sehr an Fahrt aufgenommen?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Die Arbeitswelt einer Pflegekraft ändert sich ständig und immer schneller. Neue medizinische Geräte und pflegerische Hilfsmittel werden eingeführt, die Pandemie brachte nie dagewesene Aufgaben und Prozesse mit sich. Wie lege ich die Schutzkleidung sicher an? Wie lauten die aktuellen gesetzlichen Bestimmungen? Es gab und gibt viel zu erklären. Dazu kommen Pflegestandards, die modernisiert werden, Pflichtfortbildungen von Brandschutz bis Hygiene, die jährlich aufgefrischt werden müssen, und freiwillige Weiterbildungen wie den Praxisanleiter-Kurs. Wer soll das alles lernen, und wann?

    Der Aufwand für die Pflegedienstleitung wird dabei immer größer. Fort- und Weiterbildungen müssen geplant und dokumentiert, neu notwendiges Fachwissen muss identifiziert und vermittelt werden – und dann gilt es, bei einer wachsenden Zahl an Mitarbeitenden den Überblick zu behalten. Idealerweise möchte man auch die Personalplanung langfristig denken: Welche Mitarbeitenden müssen in den nächsten fünf Jahren wie fortgebildet werden, damit in Rente gehende Abteilungsleiter*innen ersetzt werden können?

    Die Lösung heißt „digitales Lernen“. Man stelle sich eine Onlineplattform vor, in die ich mich als Pflegekraft einloggen kann. Von unterschiedlichsten Geräten aus: am PC im Pflegestützpunkt, am Diensthandy oder am privaten Laptop. Nicht nur finde ich auf der Plattform die Geräteanleitung für den neuen Lifter, die anstehende Datenschutzschulung und das nächste Modul meiner Pflegemanagement Weiterbildung in Form eines Einweisungsvideos oder eines „Screencasts“ (Aufgezeichnete Vorlesung mit Präsentation), sondern die Plattform erinnert mich auch daran, welche Inhalte ich in den nächsten drei Monaten absolvieren muss. Das kann ich mir dann selbst eintakten, wie es am besten passt – in Absprache mit dem Team während der Arbeitszeit oder zu Hause. Und wenn ich fertig bin, informiert die Plattform automatisch die Pflegedienstleitung und die Personalabteilung.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Was sind die Vorteile des digitalen Lernens?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Die Vorteile des digitalen Lernens liegen auf der Hand. Es spart Zeit und Geld. Mitarbeitende müssen nicht mehr zu Fortbildungen reisen und zwei Tage aus dem Dienstplan herausorganisiert werden, sondern nur die Zeit aufwenden, die es kostet, ein Erklärvideo anzusehen. Nicht nur Reisekosten, sondern auch Kosten für Dienstausfälle werden vermieden.

    Digitales Lernen stellt außerdem gleichbleibende Qualität sicher. Wenn jede Pflegekraft dieselbe Onlineschulung durchläuft, sind alle auf demselben Stand. Anders als wenn nach dem „Stille Post“-Prinzip einer dem nächsten die neuen Coronaregeln erklärt und unterwegs viel Wissen verloren geht.

    Ein Unternehmen, das digitales Lernen in professioneller Form anbietet, hat nicht nur einen Wettbewerbsvorteil, weil es die Arbeitszeit seiner Mitarbeitenden effizienter gestaltet, sondern auch ein gutes Argument für die Personalgewinnung. Gut organisiertes, selbstbestimmtes, zeitlich und örtlich flexibles, unterhaltsames Lernen ist ein super Argument in der Stellenanzeige und im Employer Branding!

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Warum eignen sich eLearning-Formate besonders gut für ausländische Fachkräfte?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Ausländische Fachkräfte in der Anpassungsphase haben meist noch Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache. Dem schnellen Unterricht in einer Bildungsstätte können sie oft nur schwer folgen. Lange Tage mit Sprachkursen, Theorieunterricht, Praxiseinsätzen und nebenbei Behördengängen, Wohnungssuche etc. führen irgendwann zu nachlassender Konzentration.

    eLearning bietet dann eine gute Möglichkeit, das Lernen auf einen Zeitpunkt zu verlegen, an dem man den Kopf dafür frei hat – vielleicht am Wochenende. Die Formate können auch in der Vorbereitung für die Kenntnisprüfung oder zur Wiederholung des Unterrichtsstoffes eingesetzt werden und nehmen den Lehrkräften Arbeit ab. Wenn es in der Bildungsstätte einen Computerraum gibt oder die Auszubildenden mit Tablets ausgestattet sind, kann man sich gemeinsam – zum Beispiel in Kleingruppen – im Unterricht mit dem Onlinekurs beschäftigen. Das macht im Übrigen Spaß und wird als willkommene Abwechslung zum Frontalunterricht verstanden. Internationale Fachkräfte sind meist ohnehin sehr digitalaffin, da sie es gewohnt sind, über Messaging Dienste oder Video-Apps mit ihren Familien in Kontakt zu bleiben oder vom Ausland aus Vorstellungsgespräche mit deutschen Unternehmen zu führen.

    Natürlich müssen die Inhalte der digitalen Kurse speziell für die Zielgruppe internationale Fachkräfte aufbereitet werden: Der Sprecher sollte besonders langsam und Hochdeutsch sprechen, die Sätze sollten einfach formuliert sein. Dabei kann man sich an den Regeln der „Leichten Sprache“ orientieren, die speziell für Menschen mit Beeinträchtigung entwickelt wurde und zum Beispiel kurze Sätze vorsieht und zusammengesetzte Hauptwörter vermeidet. Fachbegriffe sollten gezielt an wenigen Stellen eingesetzt werden – dort, wo die ausländische Pflegefachkraft sie für ihre Fach- und Kenntnisprüfungen kennen müssen. Erklärteile sollten sich mit interaktiven Teilen abwechseln, damit es nicht langweilig wird. Wer sich mit Kommunikation nicht auskennt, sollte bei der Produktion solcher Formate lieber Profis ranlassen…

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“fas|question“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Neugierig auf mehr geworden?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Das ganze Interview und viele Informationen rund um das Thema Integration und interkulturelle Wissensvermittlung findet Ihr in der Neuauflage unseres neuen Fachratgebers: „Betriebliche, kulturelle und soziale Integration ausländischer Pflegekräfte“.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“fab|amazon“ link=“%7B%22url%22%3A%22https%3A%2F%2Fwww.amazon.de%2FBetriebliche-kulturelle-Integration-ausl-C3-A4ndischer-Pflegekr-C3-A4fte-dp-3802974905%2Fdp%2F3802974905%3F%26linkCode%3Dsl1%26tag%3Dwwwmajaroeden-21%26linkId%3D4c33276ea193ebe4ccbb933922f91850%26language%3Dde_DE%26ref_%3Das_li_ss_tl%20%20%22%7D“ title=“Kaufen“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox]
  • Herzlich willkommen My aus Vietnam

    Herzlich willkommen My aus Vietnam

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    Heute mal ein Beispiel aus unserer Vermittlungsarbeit: Unsere Pflegerin My ist nach der langen Vorbereitung in Vietnam mit Deutschkursen, behördlichen Anträgen, etc., nun endlich im Februar in Nürnberg angekommen. Ihr Arbeitgeber ist eine Pflegeeinrichtung mit über 100 Bewohnern in zentraler Wohngegend von Nürnberg zwischen dem Nürnberger Stadtpark und dem Volkspark Marienberg. My wohnt in einem schicken kleinen 1-Zimmer-Apartment direkt in der Altstadt und fühlt sich dort pudel-wohl – ganz in der Nähe von deutschen und asiatischen Supermärkten, guter Anbindung an die öffentlichen Verkehrsmittel, Cafés, Restaurants. Und sie ist wild entschlossen, sich bald auch ein Fahrrad zuzulegen, um Nürnberg noch besser erkunden zu können. 

    In der Arbeit kommt gut My zurecht und übt jeden Tag fleißig Deutsch. Ihre Kollegen und Praxisanleiterin sind sehr zufrieden und finden, dass sie im Umgang mit den Bewohnern sehr offen ist und in der Einarbeitung Tipps und Vorschläge gut aufnimmt. 

    My fängt im Mai dann auch mit der Vorbereitung auf die Fachkenntnisprüfung an und ist schon sehr gespannt, was sie dann alles Neues lernen wird.

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    Wir freuen uns, dass es My gut bei ihrem Arbeitgeber und in Nürnberg gefällt, und auch schon auf die weiteren vietnamesischen Pflegekräfte, die in Vietnam in der Vorbereitung auf die Einreise nach Deutschland sind!

    [us_text text=“Kennt Ihr eigentlich schon das Video zu unserer Kooperation mit Vietnam? Schaut gerne rein!“ css=“%7B%22default%22%3A%7B%22text-align%22%3A%22center%22%2C%22font-size%22%3A%221.5rem%22%2C%22font-family%22%3A%22h1%22%7D%7D“][us_separator size=“small“]
  • Pflegekräfte aus China: Rekrutieren und halten

    Pflegekräfte aus China: Rekrutieren und halten

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    Die Pandemie hat die Anwerbung von Pflegekräften aus dem Ausland immer wieder vor Herausforderungen gestellt. Sprachprüfungen und -kurse mussten ausfallen, Reisen waren zeitweise nicht möglich und Behörden mit anderen Dingen als der Ausstellung von Visa oder der Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse beschäftigt. Dennoch ist das Interesse an der Arbeitsmigration nach Deutschland ungebrochen und langsam geht es auch wieder voran. Mit einem kompetenten Partner wie Context YELLOWS an der Seite kann die Rekrutierung und Integration auch in Zeiten wie diesen gelingen, weiß Geschäftsführerin Olivia Prauss.

    [us_separator][us_iconbox icon=“material|check“ title=“Was spricht für die Rekrutierung von chinesischen Pflegekräften?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Wir vermitteln auch Pflegekräfte aus Tunesien, Vietnam und der Mongolei, aber eben auch aus China. Meine Begeisterung für das Land entstand schon im Jugendalter. Damals habe ich Kung Fu und erste Sprachkurse in Chinesisch gemacht. Dann ein Studium der Sinologie mit Auslandssemester in China, Praktika zum Beispiel beim Goethe-Institut in Shanghai, und ein Aufenthalt bei einer Gastfamilie auf dem Land. Ich habe für Chines*innen Deutsch als Fremdsprache unterrichtet und über vier Jahre für die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) vor Ort gearbeitet. Meine umfangreiche Erfahrung in der interkulturellen Zusammenarbeit bringe ich jetzt im Zusammenhang mit dem Pflegenotstand hier in Deutschland ein.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ title=“Welche Hintergründe haben die Arbeitsmigrant*innen in China?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    In China sind neben den „klassischen“ Krankenhausstrukturen weitere Versorgungsformen in der Erprobung und Entwicklung. Vieles wird allerdings weiterhin in der Familie geklärt. Nach vielen Jahren der Ein-Kind-Politik können die Senior*innen immer seltener zu Hause gepflegt werden. Familien ziehen in die Städte, leben in kleinen Wohnungen mit immer teureren Mieten. Angesichts dieser Umstände kann ein junges Paar nicht unbedingt die Eltern und die Schwiegereltern bei sich aufnehmen. Auch gibt es immer mehr Senior*innen, die ihren Kindern nicht zur Last fallen wollen. Also werden mehr Pflegeheime gebaut, für die es Fachwissen und gute Ausbildungskonzepte braucht. Viele junge Chines*innen haben großes Interesse an einer hochwertigen Berufsqualifikation und Arbeitserfahrungen im Ausland kombiniert mit einer großen Neugierde und Freude Europa zu entdecken.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ title=“Wie läuft die Vermittlung chinesischer Pflegekräfte mit context YELLOWS ab?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Unsere Partner in China schlagen uns Bewerber*innen vor. Ich treffe eine Vorauswahl und lerne sie über Zoom oder Wechat (ähnlich wie WhatsApp) kennen. Ab dem Zeitpunkt sind wir in regelmäßigem Kontakt und ich biete auch kleine Konversations-Kurse für die Bewerber*innen an. Unsere Zielgruppe sind vor allem junge Leute zwischen 20 und 30, die schon eine Pflegeausbildung und Pflegeerfahrung haben. In der Regel durchlaufen sie dann in Deutschland in eine Anpassungsqualifizierung (Vorbereitung auf die Fachkenntnisprüfung oder Anpassungslehrgang) und nehmen danach die Arbeit als Pflegefachkraft beim Arbeitgeber auf. Deutschkenntnisse auf B1-Niveau sind Voraussetzung für das Visum, die bringen sie also mit. Sie nehmen in China auch schon an einem B2-Kurs teil, allerdings ist es seit Corona sehr schwierig Prüfungstermine beim Goethe-Institut zu bekommen. Die Prüfungstermine werden immer wieder verschoben oder abgesagt, da muss man dann etwas Geduld und Flexibilität mitbringen. Teilweise fahren die Pflegekräfte dann 10 Stunden Zug oder fliegen zum nächsten Prüfungsort. Da nehmen sie einiges auf sich. In jedem Fall muss bis zur Anerkennung der Pflegeausbildung weiter gelernt und das B2-Niveau final erreicht werden. Und da sollte es im Sinne des lebenslangen Lernens nicht enden, sondern auch nach der Anerkennung beständig weiter gelernt und gefördert werden. Gerade in der Pflege ist das Vokabular komplex und die Begriffe müssen sitzen, sonst kann es schnell gefährlich werden. Dazu beraten wir die Unternehmen gerne.

    Unsere Besonderheit ist, dass wir schon lange mit China und der chinesischen Kultur zu tun haben. Wenn wir wissen, dass Integrationsleistungen wie interkulturelle Trainings mit den Pflegeteams gefragt sind, begleiten wir sehr gerne und machen entsprechend ein Angebot. Dank meiner chinesischen Sprachkenntnisse kann ich auch als Integrationscoach fungieren und die Fachkräfte hier in allen Belangen betreuen. Wichtig ist vorher ein gutes Briefing: Was kommt auf die Bewerber*innen zu? Wie ist die Vergütung, wie sind die Arbeitszeiten? Wer ist Integrationscoach vor Ort? Wie lautet der Zeitplan, in welcher Dimension soll sich das Projekt bewegen? Es ist für die Bewerber*innen sehr wichtig, sich ein gutes Bild darüber zu machen, wie und wo sie arbeiten werden. Da sind wir auch auf eine gute Kooperation mit den Arbeitgebern angewiesen. Nur so kann die Absprungrate gering gehalten werden. Meine Empfehlung lautet, gleichzeitig mehrere Fachkräfte aus einem Land in die Einrichtung zu holen, weil sie sich dann untereinander helfen können und sich vor allem anfangs nicht so einsam fühlen.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ title=“Welche kulturellen Besonderheiten sind für das Integrationskonzept wichtig?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Die Kommunikation in China ist nicht so direkt wie bei uns. Was man hier offen sagt, kann dort beleidigend wirken. Im Gespräch reagiert das Gegenüber dann oft anders als erwartet. Zum Beispiel lächelt oder nickt es, wenn es kritisiert wurde. Das Bauchgefühl sagt einem dann meistens: „Irgendwas läuft hier gerade in die falsche Richtung“. Auf solche kommunikativen Missverständnisse muss man die Mitarbeiterschaft vorbereiten.

    Chines*innen haben einen großen Respekt vor älteren Menschen. Das kann im Pflegealltag manchmal hinderlich sein. Ihr respektvoller Umgang mit den Senior*innen ist zwar sehr schön, aber wenn sich jemand weigert, lebensnotwendige Medikamente zu nehmen, fällt es der chinesischen Fachkraft schwer, sich durchzusetzen.

    Auch Hierarchie ist ein Thema. In Deutschland haben wir eine flachere Hierarchie. Chinesische Pflegekräfte sind aber eine strenge Hierarchie gewohnt. Sie trauen sich nicht, Fragen zu stellen, sie suchen sich oft nicht selbst Aufgaben. Das ist kein böser Wille, sie sind es einfach nicht anders gewohnt.

    Diese Themen sind nicht unüberwindbar, sondern es bedarf einer guten Kommunikation und Offenheit auf beiden Seiten. Wir unterstützen gerne dabei mehr Verständnis zu schaffen und Brücken zwischen dem Arbeitgeber und den Pflegekräften zu bauen.

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    Interview: Maja Schäfer 

  • Ausländische Fachkräfte in der Pflege: Wie es nach der Einreise weitergeht

    Ausländische Fachkräfte in der Pflege: Wie es nach der Einreise weitergeht

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    Ausländische Fachkräfte in der Pflege: Wie es nach der Einreise weitergeht

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    Context YELLOWS rekrutiert ausländische Pflegekräfte in China, Tunesien, Vietnam und der Mongolei für deutsche Unternehmen. Die Arbeit ist allerdings noch längst nicht getan, wenn die Arbeitsmigrant*innen eingereist sind. Jetzt geht es um nachhaltige Integrationskonzepte und viel Durchhaltevermögen – auf Seiten der internationalen Fachkräfte, aber auch auf Seiten der deutschen Arbeitgeber. Geschäftsführerin Olivia Prauss über die Erfolgsfaktoren einer gelungenen Integration.

    [us_separator][us_iconbox icon=“material|check“ title=“Wie sind Ihre Erfahrungen mit den bereits erfolgten Vermittlungen?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Unternehmen, die realistische Vorstellungen haben, fahren damit am besten. Wer denkt: „Wenn ich mir schon die Mühe mache, im Ausland zu rekrutieren, will ich aber auch eine 100prozentige Erfolgsquote haben“ wird schnell frustriert sein und das Projekt wieder aufgeben. Es wird gerne vergessen, dass es auch deutsche Auszubildende gibt, die ihre Ausbildungen abbrechen. Und dass es nicht nur von der Pflegekraft aus China abhängt, ob es in Deutschland gut läuft. Integrations- und Mitarbeiterbindungsmaßnahmen sind gefragt.

    Der Weg ausländischer Bewerber*innen nach Deutschland verläuft nicht immer geradlinig. Das ist völlig normal und sollte von Seiten der Arbeitgeber nicht als Scheitern verstanden werden. Wir haben immer wieder Bewerbungen von Pflegekräften, die auch beispielsweise schonmal in Deutschland waren und gerne wieder zurück möchten. Gestern hat sich erst eine Bewerberin gemeldet, die – trotz fertiger Fachkraftausbildung in China – vor ein paar Jahren in Deutschland noch einmal eine Ausbildung durchlaufen wollte. Ihr wurde hier aber der Mittlere Schulabschluss nicht anerkannt, daher hat sie noch einmal eine Helferausbildung in der Altenpflege absolviert. Nach der abgeschlossenen Ausbildung war sie zum Heimatbesuch in China und wurde dann durch Corona überrascht. Damit ist sie dann eine ganze Weile dort geblieben. Jetzt wünscht sie sich sehr wieder den Einstieg in Deutschland zu schaffen und braucht Unterstützung bei den ganzen Formalitäten. Außerdem möchte sie eventuell nun doch auch noch ihre chinesische Fachkraftausbildung hier anerkennen lassen. Und kann es kaum erwarten, wieder nach Deutschland zu kommen und die Arbeit aufzunehmen.

    Ich sehe in solchen Geschichten sogar Vorteile: Diese chinesische Pflegekraft weiß jetzt genau, was sie hier erwartet, und hat die Entscheidung für Deutschland und die Pflege mit all ihren deutschen Unterschiedlichkeiten ganz bewusst getroffen. Im Gegensatz zu anderen Arbeitsmigrant*innen, die sich eher blauäugig auf den Weg machen. Die interkulturelle Vorbereitung sollte darum unbedingt Teil der Vorbereitung für Pflegekräfte aus dem Ausland sein. Wir vermitteln niemanden, ohne vorher über die Besonderheiten gesprochen zu haben. Wir besprechen auch transparent, welche schwierigeren Situationen auftreten können und was man dann tun kann. Die Vorbereitung beinhaltet z.B. Informationen zu Deutschland, über den Pflegesektor allgemein und kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland und China.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ title=“Was ist der wichtigste Erfolgsfaktor für eine gelungene Integration?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Ein fester Ansprechpartner ist wichtig. Obwohl seitens der Unternehmen Ansprechpartner zur Verfügung stehen, entwickeln Mitarbeitende aus dem Ausland oft eine enge emotionale Bindung an die erste Person, die sich im neuen Land um sie gekümmert hat – und das bin meist ich. Gerade wenn es ein Problem gibt, ist es für Arbeitskraft und Unternehmen angenehm, eine externe Vertrauensperson um Hilfe bitten zu können. Zumal ich als Personalvermittlerin oft besser weiß, wo der Schuh drückt, als zum Beispiel eine Personalreferentin, die vielleicht zum ersten Mal mit ausländischen Bewerber*innen zu tun hat.

    Dass man jemanden, dessen Visum von einem Arbeitsvertrag abhängt, nicht ewig auf die Unterlagen warten lassen kann, weil er sonst nervös wird und möglicherweise andere Optionen prüft, ist zum Beispiel so eine Sache, die im internationalen Recruiting sogar noch wichtiger ist als bei Bewerbungsverfahren mit deutschen Kandidat*innen. Auch ist es wichtig frisch angekommene Pflegekräfte nicht direkt auf der Corona-Station einzusetzen. Die Sorge ist groß sich als erstes mal anzustecken und dann auch noch die Versorgungsstrukturen nicht gut zu kennen bzw. sich auch auf Deutsch vielleicht noch nicht so gut ausdrücken zu können, was schmerzt und wie lange die Quarantäne dauern soll. Ganz abgesehen davon, dass man sich zwischen Masken und Schutzkleidung nur schwierig verständigen kann.

    Wer mit einem Personalvermittler Fachkräfte aus dem Ausland holt, sollte darauf achten, dass er Betreuungsleistungen mit anbietet, die natürlich zusätzlich bezahlt werden müssen. Außerdem sollte der Arbeitgeber seine Personaler*innen und Teams im Umgang mit ausländischen Pflegekräften schulen. Interkulturelles Training ist hier das richtige Stichwort. Oft gehen Arbeitgeber leider davon aus, dass ihre Mitarbeitenden bereits kulturell sensibel sind, was ich als Außenstehende manchmal anders einschätze. Außerdem würde ein Chinese selbst dem einfühlsamsten Arbeitgeber seine Unzufriedenheit nicht unbedingt ins Gesicht sagen – man bekommt sie also häufig wenig mit oder bleibt etwas verwirrt aus einem Gespräch zurück.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ title=“Welche Faktoren spielen noch eine Rolle?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Ausländische Pflegefachkräfte müssen auch privat gut ankommen. Wer aus einer Großstadt kommt und in Deutschland in der Provinz arbeiten soll, braucht eine funktionierende Anbindung an die nächste Stadt. Junge Menschen brauchen Möglichkeiten, andere junge Menschen zu treffen. Alle Pflegekräfte – ob aus China, Vietnam, der Mongolei oder Tunesien – brauchen weiter Deutschunterricht, auch wenn sie das B1- oder sogar B2-Level schon erreicht haben. Alle freuen sich, wenn sie Anbindung an eine Expat-Community, Sportverein oder andere sozial aktive Gruppe finden und dabei unterstützt werden.

    Trotz aller Mühen muss man sich eingestehen: Es passt einfach nicht immer. Wenn bei den Unternehmen die Erkenntnis eintritt, dass die internationale Rekrutierung ein komplexeres Projekt ist als man dachte, spürt man ein wenig Enttäuschung. Viele Arbeitgeber sind grundsätzlich offen für ausländisches Personal, aber aus Zeitmangel oder wegen festgefahrener Strukturen kommen sie den Pflegekräften aus dem Ausland nicht ausreichend entgegen.

    Bei der Auswahl unserer Partner auf deutscher Seite achten wir darum auf Flexibilität. Ausländische Pflegekräfte aus dem Ausland bringen immer andere Voraussetzungen mit als eine fertige deutsche Pflegefachkraft. Da ist es nicht realistisch zu erwarten, dass jemand aus dem Flugzeug steigt und sofort mit perfektem Deutsch Vollzeitschichten bewältigen kann. Denn zuerst Mal muss man herausfinden, welches Essen sich hinter den Verpackungen im Supermarkt verbirgt und wie man es kocht. Wir suchen Arbeitgeber als Partner, die das verstehen und sich (mit) kümmern. Letztendlich ist es das Ziel, dass die ausländische Pflegekraft die Bindung zum Unternehmen aufbaut und nicht zu mir.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ title=“Hat sich die Situation in den letzten Jahren verändert?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    In den letzten Jahren hat sich viel verändert. Es ist spannend zu sehen, wie sich der Pflegesektor in Deutschland immer mehr internationalisiert. Ich bemerke eine immer größere Vielfalt und einen wachsenden Länderfokus der Arbeitgeber bei der Personalgewinnung. Das ist auch für chinesische Pflegekräfte spannend, da sie in China bei der Arbeit in einem Krankenhaus oder einer Pflegeeinrichtung normalerweise nur auf Chinesen treffen. Da lernt man nicht so leicht jemand aus Rumänien, Jordanien oder Mexiko kennen wie in Deutschland.

    Gleichzeitig haben wir mit der Pandemie natürlich auch weiterhin Hürden zu nehmen. Manches läuft langsamer und es gibt von ausländischen Pfleger*innen teilweise mehr Sorge im Gesundheitssektor zu arbeiten bzw. sich mit Corona anzustecken. Auch in Deutschland hat es auf Verwaltungsebene immer wieder Neuerungen gegeben, wie beispielsweise die Einführung des beschleunigten Fachkräfteverfahrens. Leider braucht auch weiterhin das Antragswesen immer noch einiges an Zeit und Nerven – mal sehen, was die „Chancenkarte“ in der Zukunft vielleicht bringt.

    Interview: Maja Schäfer

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