Autor: Xiyu

  • Wie halten Pflegekräfte aus dem Ausland Kontakt mit der Heimat? WhatsApp, WeChat & Co.

    Wie halten Pflegekräfte aus dem Ausland Kontakt mit der Heimat? WhatsApp, WeChat & Co.

    [us_image image=“27966″ align=“center“ style=“shadow-1″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“]

    Ob Urlaub, Dienstreise oder Familienbesuch: Fahren wir woanders hin und erleben etwas Neues, teilen wir die Erfahrungen und Bilder gerne mit unseren Liebsten. Das gilt auch für Pflegekräfte aus dem Ausland, wenn sie sich auf den Weg nach Deutschland machen. Videotelefonieren, Fotos hin und her schicken, auf dem neuesten Stand bleiben: WhatsApp & Co machen es möglich.

    Digitale Kommunikation hat neben unserem alltäglichen Miteinander auch das Modell Heimweh revolutioniert und schafft zum Glück etwas Linderung. Konnten Arbeitsmigrant*innen vor der Ankunft von Skype, WhatsApp und Co. nur mühsam und mit teuren Bezahlkarten o.ä., in die Heimat telefonieren, genügt heute in vielen Fällen ein digitaler Knopfdruck. In Sekundenschnelle lässt sich eine Verbindung über viele Tausende Kilometer herstellen.

    Regelmäßige Telefonate und Videogespräche werden so möglich, wie auch der Eindruck von „Dabei-Sein“. Vielen Eltern fällt vielleicht auch deswegen das Loslassen ihrer Kinder etwas leichter. Jungen Pflegekräften aus dem Ausland wiederum ermöglicht der digitale Kontakt, das Heimweh bis zum nächsten Urlaubsbesuch einzudämmen.

    Welche Messenger dabei in welchem Land besonders anschlussfähig sind, variiert. In Indonesien und Tunesien hat sich WhatsApp als Medium bewährt. In Vietnam steht der Anbieter Zalo an der Spitze der beliebtesten Messaging-Dienste. WhatsApp liegt hier nur auf Platz 4.

    In China ist der hauseigene Messenger-Anbieter WeChat (Chinesisch: Weixin, übersetzt „kleine Nachricht“) nicht mehr aus dem Alltag der Menschen wegzudenken. Von Anrufen, Taxi- oder Essen-Bestellungen, Kleidung Shoppen bis Bezahlfunktionen in jedem Geschäft und Restaurant – der Mega-Messenger macht es möglich. Möchten Sie mit chinesischen Pflegekräften digital in Kontakt sein, empfiehlt sich auf jeden Fall ein WeChat-Account.

    Je nach Zielgruppe finden sich auf den mobilen Endgeräten der Pfleger*innen zahlreiche verschiedene Messenger. Neben den in Deutschland gängigen (z.B. WhatsApp, Telegram, Instagram) also auch Apps wie Zalo oder WeChat. Je nachdem, mit wem und mit welchem Ziel die Pfleger*innen sprechen, werden also unterschiedliche Plattformen genutzt.

    Wir bei context YELLOWS sind breit aufgestellt und der kurze Draht zu unseren Pflegekräften ist uns überaus wichtig. Digitale Kommunikation erlaubt auch uns, am Ball zu bleiben. Gegen Heimweh haben wir noch kein Mittel gefunden, doch versuchen wir, die Pflegekräfte aus dem Ausland bei ihrer beruflichen und sozialen Integration in Deutschland bestmöglich zu unterstützen.

    Ein letzter Tipp aus der Praxis: Internationale SIM-Karten funktionieren in Deutschland nicht immer. Um den Kontakt mit den Liebsten zu halten, ist es daher umso wichtiger, vom ersten Moment an Internet in der neuen Wohnung zur Verfügung zu stellen. Nur so können Pflegekräfte aus dem Ausland gut in Deutschland starten.

    Denn: Stellen Sie sich eine Reise in ein Land vor, auf das Sie sich bereits seit Jahren vorbereiten. Bestimmt würden Sie nach Ankunft auch gerne einmal Ihren Liebsten Bescheid sagen, dass alles Okay ist, oder?

    Ein gelungener Start in die neue Arbeit hängt oft an den „kleinen“ Dingen. Manchmal eben auch an unsichtbaren Daten. Nun denn: Wir wünschen fröhliches Texten!

  • Pflege & Poesie

    Pflege & Poesie

    [us_image image=“27935″ align=“center“ style=“shadow-1″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator size=“small“]

    Mit Pflege und Spoken Word in den Sommer

    Pflege & Poesie. Wir von context YELLOWS haben den Spoken Word Beitrag von Leah Weigand wieder entdeckt: Die Pflege ist auf Kante genäht. Immer wieder inspirierend zu hören, wie es ist in der Pflege läuft, was sich ändern muss, wie es besser werden kann. context YELLOWS wünscht eine anregende Sommerpause 2024!

  • Ein Meilenstein auf dem Weg zur Zukunftsfähigkeit: Camp Transformation DW Laka 2027

    Ein Meilenstein auf dem Weg zur Zukunftsfähigkeit: Camp Transformation DW Laka 2027

    [us_image image=“27959″ align=“center“ style=“shadow-1″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator size=“small“]

    Ein Meilenstein auf dem Weg zur Zukunftsfähigkeit: Camp Transformation DW Laka 2027

    Am 16. Juli 2024 fand das “Camp Transformation DW Laka 2027” im inspirierenden Ambiente des Steamwork Coworking Space in Karlsruhe statt. Diese Veranstaltung war ein zentraler Baustein im Transformationsprozess des Diakonischen Werks im Landkreis Karlsruhe. Sie wurde begleitet von Karin Kießling, Organisationsberaterin und geschäftsführende Gesellschafterin von context YELLOWS. In enger Abstimmung mit der Geschäftsführung des Diakonischen Werks, der hausinternen Fokusgruppe Digitalisierung und dem Leitungskreis wurde dieser Tag zu einem wichtigen Schritt auf dem Weg zur Zukunftsfähigkeit der Organisation.

    Der Prozess der Transformation

    Der Transformationsprozess begann im Oktober 2022 mit der Erarbeitung eines Zukunftsbildes und der zentralen Handlungsfelder durch die Leitungsrunde. Das Ziel dieses Prozesses ist es, das Diakonische Werk Landkreis Karlsruhe zukunftsfähig zu machen und die Herausforderungen aktiv zu gestalten. Die großen Schwerpunkte dabei sind die Digitalisierung, die Personalentwicklung sowie -gewinnung und -bindung sowie die Schaffung zukunftsfähiger Strukturen.

    Für das Jahr 2024 wurden die Themen Führung, Digitalisierung und Lernen als Schwerpunkte definiert. Diese Themen sind entscheidend, um den Wandel erfolgreich zu meistern und die Organisation auf die Anforderungen der Zukunft vorzubereiten.

    Das Camp Transformation DW Laka 2027

    Das Camp war eine Veranstaltung für alle Mitarbeitenden der Organisation. Es diente dazu, den aktuellen Stand des Digitalisierungsprozesses zu vermitteln, neue Impulse zur sich verändernden Arbeitswelt und zur Nutzung moderner Technologien zu geben. Darüber hinaus wurden konkrete Anwendungen und Tools vorgestellt.

    Inhalte und Schwerpunkte des Camps

    1. Überblick zum Digitalisierungsprozess: Die Teilnehmenden erhielten einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Digitalisierung innerhalb der Organisation. Dabei wurde deutlich, welche Fortschritte bereits erzielt wurden und welche Schritte als nächstes anstehen.
    2. Input zu New Work & New Learning: Karin Kießling gab durch ihren Input Einblicke in die sich verändernde Arbeitswelt, die Rolle der künstlichen Intelligenz und den Mehrwert durch die Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Fazit: Lebesnlanges Lernen ist für die aktive Gestaltung einer zukunftsfähigen Organisation ein entscheidender Erfolgsfaktor.
    3. Praktische Anwendung von MS Teams: Die Fokusgruppe Digitalisierung, bestehend aus einer heterogen zusammengesetzten Gruppe aus der gesamten Organisation, stellte alle relevanten Informationen zur Nutzung von MS Teams zur Verfügung. Es ging darum, ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln, wie MS Teams innerhalb der Organisation zur Kommunikation und zur Ablage von Dateien genutzt wird.
    4. Sessions zu Office 365 und anderen Tools: Nach der Mittagspause starteten die Teilnehmenden gestärkt in die Sessions: „Ausprobieren, Lernen & Umsetzen“. Hier konnten sie alle Fragen, Anliegen und Impulse zur Nutzung von Office 365 (MS Teams, One Note, Forms, Planner, Copilot, etc.), zur Online-Beratungsplattform und zur Klientenverwaltung in TAU-Office adressieren.

    Fazit des Tages

    Das Resümee des Tages für Achim Lechner (Bereichsleiter und künftiger Geschäftsführer des Diakonisches Werk Landkreis Karlsruhe):

    “Beschäftigte im Sozialwesen werden nicht nur für das Lernen von IT-Anwendungen künftig selbstgesteuert auf Lernplattformen Ihr Wissen erweitern. Das BarCamp ist eine gute Methode in die Zukunft zu schauen und eine Standortbestimmung mit nützlichen Informationen zu verbinden. Die motivierende Moderation und inhaltliche Gestaltung von Frau Kießling und die außergewöhnliche Lokation tragen wesentlich zum Erfolg der Methode bei.”

    Veränderung braucht Lernen, Austausch und Vernetzung. Diese müssen abgestimmt sein auf die organisationale Strategie und die Herausforderungen in deren Umsetzung. Der Tag zeigte deutlich, dass der Transformationsprozess im Diakonischen Werk Landkreis Karlsruhe auf einem guten Weg ist.

    Ein Blick in die Zukunft

    Veranstaltungen wie das Camp Transformation DW Laka 2027 sind ein wichtiger Meilenstein im Transformationsprozess. Die kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Themen Digitalisierung, Führung und Lernen wird entscheidend sein, um die gesteckten Ziele zu erreichen und die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.

    Karin Kießling von context YELLOWS blickt freudig auf den zurückliegenden Tag: “Veränderung kann man nicht machen – es geht darum, einen Rahmen zu geben und einen Prozess zu gestalten, damit Bereitschaft und Energie entsteht, den Weg mitzugehen. Insbesondere die Puls-Befragung “Standortbestimmung – Mindset” während der Veranstaltung zeigte einen deutlich positiven Trend. Da können sich alle gegenseitig auf die Schulter klopfen für das gemeinsam Erreichte.”

  • Märchen – ein Integrationswerkzeug in aller Munde für Pflegekräfte aus dem Ausland. Wir stellen 5 Geschichten vor.

    Märchen – ein Integrationswerkzeug in aller Munde für Pflegekräfte aus dem Ausland. Wir stellen 5 Geschichten vor.

    [us_image image=“27943″ align=“center“ style=“shadow-1″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator size=“small“]

    Wer kennt sie nicht, die Brüder Grimm? Deutschland ist Land der Märchen, dabei vergessen wir allzu oft, dass Märchen in allen Kulturen ein integraler Bestandteil sind. Das trifft auch auf die Heimatkulturen unserer Pflegekräfte aus dem Ausland zu. Wieso also nicht für die Integration nutzen?

    Märchen und das Erzählen von Geschichten können ein ideales Instrument sein, um Pflegekräfte aus dem Ausland an die deutsche Kultur anzunähern. Das selbe gilt natürlich umgekehrt. Eine Auswahl an Märchen aus den Heimatländern unserer Pflegekräfte haben wir daher von context YELLOWS in diesem Artikel für Sie zusammengestellt.

    Märchen aus China überraschen mit ihrer Vielfältigkeit, sind magisch und humorvoll. So auch die Geschichte des Tigers und dem Fuchs. Im Kampf um Leben und Überleben (bzw. Fressen und gefressen werden) spielt der Fuchs dem Tiger einen Streich: Gemeinsam laufen sie durch den Wald und die Tiere verstecken sich vor dem Duo. Der schlaue Fuchs kann dabei dem Tiger weismachen, dass sie sich aus Ehrfurcht vor ihm verstecken – dabei laufen Sie aus Angst vor dem Tiger davon. Na, wer ist wohl der neue König der Tiere? 😉

    In Vietnam drehen sich viele Märchen um Essen, sagenhafte Figuren, Götter und Pflanzen. Die Sage von der Entstehung der Bananenpflanze z.B. erzählt von den Sorgen des jüngsten Sohns des Baumgottes, Tiêu Lá, welcher ein Spielzeug für seinen Erstgeborenen suchte. Eine Pflanze sollte es werden, mit süßen Früchten, die sich per Hand pflücken und essen lassen. Voilá, die Bananenpflanze ward geboren! Doch wie es sich für ein gutes Märchen gehört, gibt es auch in dieser Geschichte einige Hindernisse zu überwinden, bis das Kleinkind (und wir!) uns an dem Obst erfreuen können. Die Auflösung gibt es im Märchen – oder vielleicht in der Unterhaltung mit Ihren Pflegekräften aus Vietnam.

    Märchen behalten in Tunesien ihren Charakter im Sinne einer gesprochenen Tradition, oral history, da Tunesisch-Arabisch in der Regel keine Schriftsprache darstellt. Niederschriften sind daher ein sehr modernes Phänomen. So gibt es z.B. die Geschichte des klugen Schneiders, der voller Ehrgeiz nach Neuem strebt, dabei einen Oger überlistet und mit Pfiffigkeit und einer Portion Glück ein Königreich gewinnt. Ein abenteuerliches Märchen, das Mut macht, etwas zu wagen.

    Etwas aufs Spiel zu setzen, mitsamt Gewinn und Verlust, ist ein häufiges Motiv in Märchen. So wird in Indonesien wird u.a. die Geschichte von Manik Angkeran erzählt. Wette um Wette verliert er beim Glücksspiel, bis sein Vater eines Tages die Hilfe eines magischen Drachens erbittet. In seiner Gier will Manik Angkeran den Drachen überlisten, doch dieser durchschaut und tötet ihn. Die Tränen des Vaters um den toten Sohn rühren den Drachen so sehr, dass er Manik Angkeran wieder zum Leben erweckt – doch Vater und Sohn dürfen sich nicht wieder begegnen. So erklärt das Märchen auf eindringliche Weise die Entstehung einer geografischen Begebenheit, die Meeresenge zwischen Java und Bali.

    Die reiche Märchentradition im Iran umfasst z.B. das Märchen vom Bruder, dessen Glück schlief. Vom Pech verfolgt, macht er sich auf eine Reise in die Berge, um sein Glück aufzuwecken. Unterwegs trifft er auf Löwen, Könige, alte Männer und erlebt einige Abenteuer. Wir sind nicht nur vom Charme der Bilder wie das „Glück aufwecken“ begeistert, sondern bleiben dank der vielen Plot-Twists mit Spannung bis zum Ende der Geschichte dabei (die sie in den jeweiligen Links nachlesen können).

    Das Geschichten-Erzählen gehört zum menschlichen Zusammenleben dazu: es lehrt Regeln und Werte, sorgt für Zusammenhalt und bietet Gesprächsstoff. Vielleicht können Märchen ein Sprungbrett sein, um aus Ihrem eigenen Märchenschatz zu teilen sowie mehr über die Weltsicht Ihrer Pflegekräfte aus dem Ausland zu erfahren. Ein wechselseitiges Gespräch kann dem gegenseitigen (Kennen)-Lernen nur dienlich sein. Nur zu: Was ist Ihr Lieblingsmärchen?

  • Lektüretipp: „Rassismus und Altenpflege in Ostdeutschland“ von Monique Ritter

    Lektüretipp: „Rassismus und Altenpflege in Ostdeutschland“ von Monique Ritter

    [us_image image=“27884″ align=“center“ style=“shadow-1″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator size=“small“]

    context YELLOWS empfiehlt das Buch: „Rassismus und Altenpflege in Ostdeutschland: Zum »Unbehagen« in der beruflichen Zusammenarbeit mit Migrant*innen“ . Monique Ritter arbeitete als Sozialarbeiterin in Dresden, wo sie sowohl ausländische Pflegekräfte als auch zu Pflegende betreute. Aktuell ist sie Vertretungsprofessorin für Gender, Diversität und soziale Ungleichheit im Studiengang Soziale Arbeit an der Hochschule Zittau/Görlitz.

    Mit der Einbindung von Pflegekräften aus dem Ausland wird die Arbeit in der Pflege- und Gesundheitsbranche immer diverser. Für eine gelungene Anwerbung spielen daher soziale, kulturelle und betriebliche Faktoren eine große Rolle. Dass das nicht immer so gut klappt, zeigt die Autorin mit eindrücklichen O-Tönen aus ihrer Feldstudie aus dem Bereich Altenpflege in Dresden. Die Schülerin Yasmin (20 Jahre) z.B. wurde während ihrer Ausbildung zur Altenpflegerin immer wieder auf ihr Kopftuch angesprochen:

    „[D]as war für mich am Anfang richtig schlimm, weil die [Mitarbeiter*innen im Pflegedienst] haben mir die ganze Zeit nur Fragen gestellt, warum ich Kopftuch trage, wo ich herkomme oder warum ich Muslima bin und die ganzen Sachen halt. Aber irgendwann hat es nicht aufgehört, es wurde immer schlimmer.“ (S. 11).

    Über das Erscheinungsbild können also Vorurteile zutage treten. Abilio (48 Jahre), der seit 1995 in Dresden lebt und als Schwarzer Mensch in der Altenpflege arbeitet, berichtet: „[D]u, ich komme dort im Spätdienst [an], das war Dezember. Klingel ich da [bei einer älteren zu Pflegenden an der Haustür]. »Ja, hier ist Pfleger [Abilio].« Sie macht die Tür auf: »Telefon, Hiiiilfe, Hiiiilfe, hallo, hallo, Polizei, bitte, bitte kommen Sie!« – »Nein, ich bin der Pfleger.« – »Nein, gehen Sie raus! Mich nicht anfassen.« Ich hab sie dann versucht zu beruhigen. Ich hab gezittert dort an dem Tag, ich hab gezittert.“, (S. 11-12).

    Diese Ausschnitte zeigen, wie belastend rassistischen Erfahrungen für Pflegende mit Migrationshintergrund sein können. Aus ihren Gesprächen mit Pflegeeinrichtungen und zu Pflegenden zieht Ritter, dass »Ich bin eigentlich aufgeschlossen, aber …« die vermeintlich offene und zugleich vorurteilsbehaftete Haltung gegenüber migrantischen Pfleger*innen betont. Das wirkt umso schärfer, je enger die Erfahrungen der Arbeitsmigrant*innen mit den Lebenserfahrungen der Menschen aus der DDR und Nach-Wendezeit verknüpft werden. Eine ostdeutsche Altenpflegekraft (58 Jahre) berichtet über eigene Migrationserfahrungen über die deutsch-deutsche Grenze hinaus:

    „A: […] 92 war ich ein halbes Jahr dort [in einer Stadt im Westen] arbeiten […] mit sieben weiteren Kollegen [aus dem ostdeutschen Betrieb] […]. Wir waren von oben bis unten neu eingekleidet und sind […] in die Werkshalle einmarschiert, das waren 120 Leute [dort]. Es waren davon […] ungefähr 60 aus Frankreich, ja? Und 60 waren Deutsche. Und jetzt rate mal, mit wem wir uns dort am besten verstanden haben.

    I: Mit den Franzosen.

    A: Genau. Und weißt du warum? Weil die keine Vorurteile hatten gegenüber uns, weil die gesehen haben, dass wir nach 5 Tagen die Maschinen alleine bedient haben […], aber ich sage dir, Monique, den ersten Tag, als wir reinkamen in diese Halle, die Wessis haben uns angeguckt wie in so einem Bimbo-Käfig: »Oah, jetzt kommen sie, die Ossis«.“, (S. 126).

    Das komplexe Zusammenspiel zwischen den heutigen Pflegekräften mit Migrationshintergrund sowie den Ostdeutschen in der Nachwendezeit, und welche Rolle Rassismus darin spielt, betrachtet die Autorin in ihrer Analyse eingehend. Folglich empfehlen wir das Buch insbesondere für Menschen aus der Praxis. Wer sich mit den theoretischen Hintergründen um Rassismus und Diskriminierung auseinandersetzen möchte, ist mit dieser Schrift ebenfalls gut beraten. Das Buch gibt es zu Kaufen oder als Open Acces PDF zum Download.

    Leider sind in dieser Lektüre die Lösungsansätze noch nicht ausgereift. Gerne möchten wir Ihnen an dieser Stelle unseren Fachratgeber „Betriebliche, kulturelle und soziale Integration ausländischer Pflegekräfte“ empfehlen. Wir bei context YELLOWS sind Expert*innen für interkulturelles Arbeiten und sprechen regemäßig auf Fachtagungen über die langfristige Bindung von Mitarbeitenden durch kultursensible Führung. Für eine eingehende Beratung sprechen Sie uns gerne an!

  • Griaßgodd, Salam, Ni Hao, Xin chào! Kurzbesuch bei unseren ausländischen Pflegekräften

    Griaßgodd, Salam, Ni Hao, Xin chào! Kurzbesuch bei unseren ausländischen Pflegekräften

    [us_image image=“27907″ align=“center“ style=“shadow-1″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator size=“small“]

    Stippvisite in Rottenburg am Neckar & Leonberg bei Stuttgart.

    Griaßgodd, Salam, Ni Hao, Xin chào! Eine Stippvisite zu unseren Partner-Einrichtungen und Pflegekräften südlich der Main-Linie haben Olivia Prauss, Geschäftsführung, und Xiyu Yang, Mitarbeiterin Recruiting, gemacht. Anlass für die Reise waren u.a. Integrationsgespräche mit den Pfleger*innen sowie die Möglichkeit, sich nach vielen Monaten digitalen Kontakts persönlich kennenzulernen.

    Integrationsgespräche sind bei uns ein zentrales und wichtiges Werkzeug, um die Erwartungen zwischen Arbeitgeber und Pflegekräften abzugleichen und an den Stellen zu unterstützen, wo es gerade vielleicht nicht ganz rund läuft. Es ist wichtig, in regelmäßigen Abständen die Zufriedenheit der Arbeitgeber und Pflegekräfte abzufragen. Die Zeit in ein Integrationsgespräch mitsamt Vor- und Nachbereitung zu investieren, macht sich aber bezahlt! Denn im Gespräch können Themen frühzeitig erkannt und aufgefangen werden. Herausforderungen werden so gemeinsam besprochen und Lösungen im Miteinander erarbeitet.

    Olivia Prauss, Geschäftsführerin von context YELLOWS, betont: „Wir sehen die Integrationsgespräche als geschützten Raum, ähnlich zu einem Mitarbeitenden-Gespräch, in dem die Pfleger*innen ihre Sorgen mit uns teilen können und über Dinge wie Heimweh oder Probleme sprechen.“

    Bei der Integration von ausländischen Fachkräften ist das Ankommen in Deutschland mitsamt seinen Sitten, Bräuchen, und Gepflogenheiten nur ein Teil. Dieser kann aber bereits zu Irrungen und Herausforderungen führen. Für Menschen, die tagtäglich damit zu tun haben, sind oder werden diese Regeln und Erwartungen mit der Zeit unsichtbar.

    Denken Sie nur an das Thema Frühstück: in Deutschland gehören zu einem „guten“ Frühstück Brot, Aufstriche und Heißgetränke, vielleicht auch Müsli. Es ist in aller Regel eine kalte Mahlzeit. In China wiederum gehört zu einem „guten“ Frühstück eine herzhafte, warme Mahlzeit – ob Reis-Porridge, Nudelsuppe oder süß-scharfe Eierpfannkuchen auf die Hand. Was für Deutsche ein selbstverständlich „gutes“ Frühstück ist, würde Chines*innen aller Wahrscheinlichkeit nach zunächst wundern und umgekehrt. Solche Missverständnisse betreffen fast alle Bereiche des täglichen Lebens und somit auch die Arbeit – inklusive beruflicher Integration.

    In jedem Kulturraum gibt es ausgesprochene und unausgesprochene Erwartungen. Was wir in Deutschland als „gut“ oder „angemessen“ empfinden, kann in einer anderen Kultur etwas völlig anderes bedeuten. Migrant*innen können sich selbst daran stoßen und auch beim Gegenüber anecken. Es braucht Zeit, Engagement und Verständnis, auf beiden Seiten, um die versteckten Regeln aufzudecken, Lösungen für das gewünschte Ergebnis zu finden und sich aneinander zu gewöhnen.

    „Das Ein- und Umdenken in ein neues System braucht viel Geduld, Empathie und eine Portion Kreativität. Wenn Anleiter*innen sich in die Herkunftskultur und Köpfe ihrer Pflegekräfte einfühlen können, finden sich bestimmt Lösungen für eine erfolgreiche Integration.“, empfiehlt Frau Yang.

    Es war ein herzliches Zusammentreffen. Vielen Dank an unsere Gastgeber*innen sowie unsere Pflegekräfte in Anerkennung aus Tunesien, Vietnam und China!

  • Unsere Pflegekräfte kommen gut an! Stippvisite bei den Johannitern in Duisburg

    Unsere Pflegekräfte kommen gut an! Stippvisite bei den Johannitern in Duisburg

    [us_image image=“27874″ align=“center“ style=“shadow-1″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator size=“small“]

    Context YELLOWS hat fünf Pflegekräfte aus China an das Johanniter Krankenhaus in Duisburg vermittelt. Der Arbeitgeber gewährt uns einen kleinen Einblick in den Alltag der Chinesinnen. Schauen Sie hier vorbei.

    Im Artikel erzählen die Pflegekräfte aus China über ihren Relocation-Prozess nach Deutschland, wie sie sich in Duisburg und Umgebung eingelebt haben und was ihnen an ihrem neuen Leben besonders gefällt. Wir sind sehr froh, dass wir Rui, Jialin, Xiaoqiao, Xiaolei und Huidi auf ihrem Weg unterstützen und begleiten dürfen. Viel Spaß beim Lesen!

  • Fachtagung „Strategisches Personalrecruiting“ beim DRK: Unsere Workshops „Anwerben und Integration von ausländischen Pflegekräften“ und „Interkulturelle Kompetenzen und Kommunikation“ am 03. Juli 2024 in Berlin

    Fachtagung „Strategisches Personalrecruiting“ beim DRK: Unsere Workshops „Anwerben und Integration von ausländischen Pflegekräften“ und „Interkulturelle Kompetenzen und Kommunikation“ am 03. Juli 2024 in Berlin

    [us_image image=“27896″ align=“center“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator][us_separator size=“small“]

    Der Personal- und Fachkräftemangel ist eines der essentiellen Themen für unsere Gesundheitsversorgung. Einrichtungen sind immer mehr gefragt, passgenaue Lösungen für ihre jeweils eigenen Situationen zu finden – Personalgewinnung muss als ein strategisches Schlüsselthema angegangen werden. Das DRK stellt sich dieser Herausforderung mithilfe der Fachtagung „Strategisches Personalrecruiting“ am 03. Juli 2024 im DRK-Generalsekretariat in Berlin.

    Olivia Prauss, Geschäftsführerin von context YELLOWS, führt in diesem Rahmen zwei Workshops durch: „Anwerbung und Integration von ausländischen Pflegekräften“ sowie „Interkulturelle Kompetenzen und Kommunikation“. Anhand von Best Practice Beispielen und fachlicher Expertise erörtern sie gemeinsam, was erfolgreiches Recruiting ausmacht und wie es gelingen kann.

    Die Veranstaltung ist auch für Nicht-DRK Mitarbeitende zugänglich. Hier können Sie ihre kostenfreie Teilnahme anmelden.

    Fachtagung Strategisches Personal Recruiting
    Ort: DRK-Generalsekretariat, Carstennstr. 58, Berlin
    Zeit: 03.07, 10:30 Uhr – 20:00 Uhr

  • Landing Pages sind online! Pflegekräfte aus China, Vietnam, Tunesien, Indonesien, Iran sowie ATA/OTA

    Landing Pages sind online! Pflegekräfte aus China, Vietnam, Tunesien, Indonesien, Iran sowie ATA/OTA

    [us_image image=“27880″ align=“center“ style=“shadow-1″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator size=“small“]

    Context YELLOWS ist stolz, Ihnen unsere neuen Landing Pages präsentieren zu dürfen! Mit viel Liebe zum Detail haben wir Informationen aus unseren Partnerländern China, Tunesien, Iran, Indonesien und Vietnam zusammengetragen. Arbeitgeber können sich damit ein erstes Bild von den Herkunftsländern unserer Pflegekräfte machen. So lässt sich besser einschätzen, welche Potenziale, Chancen und Herausforderungen mit Ihren neuen Mitarbeitenden kommen – und vielleicht auch das ein oder andere spannende Gespräch beginnen.

    Was meinen Sie, was würde auf einer Landing Page über Deutschland stehen? Vielleicht die EM 2024? Oder Brezeln, Oktoberfest, Hamburger Hafen, Beethoven und Berliner Bär? Von den Aushängeschildern, mit denen wir uns gerne selbst identifizieren bis zu den Klischees, über die wir den Kopf schütteln, könnte alles dabei sein!

    Die Bundesregierung hat mit dieser Seite einen Aufschlag getan. Ob wir es wollen oder nicht: woher wir kommen, prägt, was, wie und warum wir etwas tun. Wissen um kulturelle Aspekte kann Kooperation fördern. Das kann zu besseren Abläufen im Pflegealltag zwischen ausländischem und einheimischem Personal führen. Kultursensibles Arbeiten kann sich somit positiv auf Arbeitsbeziehungen auswirken, so dass langfristige Bindungen zwischen Mitarbeitenden und Unternehmen entstehen können – beruflich, wie privat.

    Context YELLOWS sind Spezialist*innen in der Rekrutierung von Auslandspersonal. Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Begleitung von Prozessen zwischen Kulturen – denn die Anwerbung ausländischer Fachkräfte bedeutet nicht nur die Integration der Arbeitsmigrant*innen in den neuen Standort, sondern auch eine Veränderung der Unternehmens- und Führungskultur. In unserem Fachratgeber weisen wir auf die Bedeutung eines wechselseitigen Integrationskonzepts hin. Darüber hinaus bieten wir Organisationsberatung für Führungskräfte an, um die Steuerung dieser Prozesse zu unterstützen.

    Neben der Rekrutierung von Pflegekräften aus dem Ausland bietet context YELLOWS brandneu auch die Vermittlung von ATA/OTA an. Hierfür haben wir eine neue Seite mit weiterführenden Informationen angelegt. Wenn Sie also medizinisches Fachpersonal für Ihr Gesundheitsunternehmen suchen, empfehlen wir Ihnen unsere Seite für weitere Tipps und Beratung.

    Haben Sie Interesse, mehr über die erfolgreiche Rekrutierung von Auslandspersonal und die dazugehörigen unternehmerischen Chancen zu erfahren? Buchen Sie gerne ein unverbindliches Gespräch mit uns.

  • Nachlese zur Tagung Kultursensibles Führen in Wien (17/05/2024)

    Nachlese zur Tagung Kultursensibles Führen in Wien (17/05/2024)

    [us_image image=“27889″ align=“center“ style=“shadow-1″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator size=“small“]

    Wie gelingt die nachhaltige Integration ausländischer Pflegekräfte durch kulturelle Aspekte? Am 17. Mai 2024 fand die Tagung „Kultursensibles Führen: Integration im Gesundheits- und Sozialbereich“ in Wien statt. Olivia Prauss, Geschäftsführung von context YELLOWS und Autorin unseres Integrationsratgebers, bot Ansätze zum Thema „Führen ohne Rassismus“.

    Die Präsentation des Vortrags von Frau Prauss und Karin Schreiner können Sie hier einsehen. Auf der Tagungswebsite finden Sie ebenfalls die PDFs aller weiteren Vortragenden hinterlegt. Auf Aspekte der sprachlichen Integration, Akquise und Anwerbung sowie transkulturelle Aspekte der Versorgung im Gesundheitsbereich wird ebenso eingegangen, wie auf grundsätzliche Fragen nach Zuwanderung und Diversität.

    Die Tagung wird vom österreichischen Pflegenetz organisiert. Beteiligt sind u.a. die FH Oberösterreich und Vertreter*innen der Stadt Wien, eingeladen waren profilierte Sprecher*innen aus Gesundheitsbetrieben in Österreich und Deutschland.