Autor: Xiyu

  • Geschafft! 3 Pflegekräfte aus dem Ausland berichten über ihre bestandene Fachkenntnisprüfung.

    Geschafft! 3 Pflegekräfte aus dem Ausland berichten über ihre bestandene Fachkenntnisprüfung.

    [us_image image=“28293″ align=“center“ style=“shadow-1″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator]

    Prüfungen können den Lebensweg entscheidend beeinflussen. Eine dieser Prüfungen stellt für Pflegekräfte aus dem Ausland die Fachkenntnisprüfung dar. Dafür sind in der Regel 2 Anläufe vorgesehen und die Berufsanerkennung als Pflegefachperson hängt im Wesentlichen vom erfolgreichen Bestehen ab.

    Daher sind wir sehr stolz, dass drei von context YELLOWS vermittelte Pflegekräfte aus dem Ausland ihre Fachkenntnisprüfung kürzlich bestanden haben. Alle drei Pflegerinnen sind sehr erleichtert und glücklich, denn die Prüfungsvorbereitung findet oft neben der Arbeit statt. Ein großer Stressfaktor fällt also mit dem positiven Prüfungsergebnis weg.

    Pflegerin T. arbeitet beim ASB Stuttgart und sagt: „Ich bin sehr glücklich, dass ich die Anerkennungsprüfung in Deutschland bestanden habe. (…) Im September habe ich an einer Anerkennungsprüfung teilgenommen, aber leider habe ich den mündlichen Teil nicht bestanden. Doch anstatt mich aufzugeben, haben sie mich weiterhin ermutigt, es erneut zu versuchen. Glücklicherweise habe ich im November die Prüfung bestanden. Derzeit bereite ich die letzten Dokumente vor, um mein Anerkennungszertifikat zu erhalten. Ich möchte mich nochmals ganz herzlich bei Ihnen allen bedanken, besonders bei Olivia und Xiyu. 🥰❤🥰“

    Die große Erleichterung spüren auch unsere Pflegerinnen H. und X. bei den Johannitern Rheinhausen. Sie beschreiben, dass nach der Prüfung viel Druck von ihnen abfiel. Pflegerin H. sagt: „Ich fühle mich entspannter“.

    Gleichzeitig gibt es einige Veränderungen, die mit der bestandenen Prüfung kommen. Pflegerin X. sagt dazu: „Der größte Unterschied zu vorher ist, dass es weniger Anleitung gibt.“ Es wird also größere Eigenständigkeit erwartet und mit der erfolgreichen Prüfung beginnt ein neuer Lebensabschnitt – mindestens im Beruf. Pflegerin H. beschreibt es so: „Ich wachse langsam in die neue Rolle als Fachkraft hinein.“

    Der Weg zur anerkannten Fachkraft birgt also einige (sprichwörtliche) Prüfungen und Wachstumsprozesse mit sich. Wir sind sehr froh, dass die drei Pflegekräfte aus dem Ausland ihren Weg so gut beschreiten und wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg und Freude! 😊

  • Veranstaltungstipp: Erfolgreich arbeiten mit Vielfalt in der Pflege

    Veranstaltungstipp: Erfolgreich arbeiten mit Vielfalt in der Pflege

    [us_image image=“28286″ align=“center“ style=“shadow-1″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator]

    Vielfalt in der Pflege: Oft fehlt die Zeit, darüber nachzudenken und sich auszutauschen. Manchmal fehlen auch Vorbilder oder Best-Practices, die den Blick weit machen und inspirieren, wohin die Reise gehen kann. Für unser context YELLOWS Netzwerk haben wir daher folgenden Veranstaltungstipp:

    Vielfalt in der Pflege – Chancen und Herausforderungen in der interkulturellen Zusammenarbeit

    17.03.2025 (13.00Uhr bis 14.30Uhr), digitale Veranstaltung.

    Das Präventionsnetzwerk Nord richtet diesen Online-Austausch aus, in dem die erfolgreiche Integration von Pflegekräften aus dem Ausland im Mittelpunkt steht. Dabei kommen Integrationsmanager*innen, Geschäftsführungen, und interkulturelle Trainerinnen mit ihren jeweiligen Perspektiven selbst zu Wort. Ein interessantes Format mit viel Lernpotential, wie wir finden.

    Dabei sind u.a. Maike Jahn-Gehring vom Fasanenhof Bönningstedt, Koudjo (Joel) Johnson vom Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam und Julia Ludwig-Hartmann (Interkulturelle Trainerin dgikt).

    Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.

    Wir wünschen frohen Austausch!

  • Ankommen für Pflegekräfte aus dem Ausland: 4 Tipps für Deutsch, Orientierung, Trainings

    Ankommen für Pflegekräfte aus dem Ausland: 4 Tipps für Deutsch, Orientierung, Trainings

    [us_image image=“28253″ align=“center“ style=“shadow-1″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator]

    Pflegekräfte aus dem Ausland reisen bei Ihnen an. Die ersten Tage Eingewöhnung sind vorbei. Nun also steht das Ankommen in Deutschland an. Das umfasst u.a.: die Sprache, die Behörden, die geschriebenen und ungeschriebenen Regeln. Besonders in Deutschland gibt es dabei einige Besonderheiten, die es zu beachten gilt. In unserem heutigen Blog-Beitrag haben wir bei context YELLOWS daher 4 konkrete Angebote gesammelt, die die Integration von Pflegekräften aus dem Ausland in verschiedenen Aspekten unterstützt.

    Dass Deutsch ein Nadelöhr für die Integration von Pflegekräften aus dem Ausland ist, wissen wir schon lange. Auch in unserer Rolle als Vermittler erleben wir die zentrale Rolle von Sprache jeden Tag. Wie jedoch Deutsch-Kenntnisse beibringen, zumal on the job?

    Das Goethe-Institut hat eine Reihe von Angeboten entwickelt, die genau an diesem Punkt ansetzen. Zunächst gibt es einen kostenlosen Online-Kurs für Deutsch in der Pflege. Es startet ab Niveau B2 und erlaubt selbstständiges Lernen mit flexiblen Startdaten. Parallel zu den Pflege-Deutsch-Kursen und Prüfungen gibt es nun also auch maßgeschneiderte Vorbereitungsangebote für die Zielgruppe. Die Anmeldung erfolgt hier.

    Darüber hinaus gibt es ein kostenfreies Präsenz-Training für Pflegekräfte aus dem Ausland in Berlin. Trainiert werden Vokabeln, Redewendungen und Situationen in der Pflege. Pflegekräfte aus dem Ausland können sich hier für die Angebote registrieren.

    Sprache jedoch ist nur ein Baustein. In einem neuen Land sind nämlich nicht nur die Wörter und Gesten anders, sondern z.T. auch ihre Bedeutungen. Daher bedarf es darüber hinaus noch der Orientierung in einem völlig neuen Zeichensystem. Dieser Aspekt der Integration ist etwas, der im Vergleich zur Sprache langsamer voranschreitet. Denn es bedeutet oft ein implizites Lernen in den jeweiligen Bereichen, durch entsprechende Vorbilder.

    Das Goethe-Institut hat auch dazu einige Broschüren veröffentlicht. In der Broschüre „Arbeiten in Deutschland“ werden Begriffe wie VZ und TZ, Beschäftigungsformen und Deutschübungen vorgestellt. Es gibt also eine erste Orientierung für das berufliche Ankommen in Deutschland.  Wenn Sie die Broschüre downloaden möchten, klicken Sie bitte hier.

    Die Broschüre „Mein Deutschlandheft“ erweitert den Blick. Darin behandelt werden Fragen wie: Wie eröffne ich ein Bankkonto? Wo melde ich mich an und was muss ich dafür mitbringen? Welche Fragen kann ich bei der Wohnungssuche stellen? Wie kann ich unterwegs nach Hilfe fragen? Hier gibt es den Link zur Broschüre zum Download.

    Das Büchlein ist als interaktives Mitmach-Heft gestaltet. Ausgefüllt ist es zum einen Begleiter für die erste Zeit in Deutschland, sowie Lernhilfe und Stütze im Alltag. Mit der Zeit kann es also vom Begleiter zu einem schönen Erinnerungsstück werden.

    Wir sind sehr froh, dass sich das Goethe-Institut diesem Thema annimmt. Auf den verschiedenen Seiten des Goethe-Instituts gibt es noch mehr Angebote, um die Sprachkenntnisse unabhängig von Kursen zu verbessern. Auch Material zur Prüfungsvorbereitung findet sich dort. Vielleicht finden Sie ja noch mehr, das für Sie und Ihre Pflegekräfte aus dem Ausland von Interesse ist.

    Am Ende zählt allerdings nicht nur der Lerninhalt, sondern auch, dass das Erlernte Gelebt werden kann. Das gilt sowohl für Deutschkentnisse, als auch implizites Wissen über Verfahren oder Umgangsformen. Gerade an diesem Punkt brauchen Pflegekräfte aus dem Ausland Unterstützung durch ein zugewandtes persönliches und berufliches Umfeld. Stichwort: Willkommenskultur.

    Dazu allerdings in einem anderen Beitrag. Für heute waren das unsere Tipps für die Unterstützung der Integration von Pflegekräften aus dem Ausland. Auf Welche haben Sie noch auf Vorrat? 😉

  • Advent, Advent: Pflege in 4 Romanen

    Advent, Advent: Pflege in 4 Romanen

    [us_image image=“28125″ align=“center“ style=“shadow-1″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator]

    Das Thema Pflege betrifft viele Menschen weltweit. Dennoch ist sie im Alltag, sofern wir gesund sind, weitestgehend wenig sichtbar. Das betrifft auch die Dinge, die wir lesen.

    Wir von context YELLOWS haben daher 4 Buchtipps gesammelt, die das Thema Pflege in verschiedenen Aspekten beleuchten. Mal geht es um ausländische Pflegekräfte, mal um Mehrgenerationenwohnen. Mal biografisch, mal fiktiv, stets literarisch. Egal, ob Sie nach einem Geschenk für Menschen mit Pflegebezug suchen oder selbst schmökern möchten. In unserer Auswahl ist für jede Person etwas dabei.

    Martina Bergmann – Mein Leben mit Martha

    Intergenerationale Freundschaft und Mehrgenerationenwohnen ist das Thema von Martina Bergmann. In ihrem Buch schildert sie ihre Erfahrungen im Zusammenleben mit und der Pflege von einer älteren Dame. Martha ist Mitte 80 und verwitwet, in einer „poetischen Verfassung“ und dement. Die Betreuung von Martha umfasst Themen wie Vormundschaft, sozialpsychiatrischer Dienst und verlorene Gegenstände. All das umschiffen die beiden Frauen mit Humor, Geduld und viel klugem Witz.

    Während das Konzept des Mehrgenerationenwohnens z.B. in asiatischen Ländern weitaus verbreiteter ist als in Deutschland, handelt es sich hier um einen ungewöhnlichen Bericht einer Freundschaft zwischen zwei Personen, die ausschließlich durch gegenseitiges Wohlwollen miteinander verbunden sind. Lesenswert!

    Arno Geiger – Der alte König in seinem Exil

    Auch unser zweiter Buchtipp widmet sich dem Thema Demenz. Diesmal aus Sicht eines Angehörigen. Der Schriftsteller Arno Geiger beschreibt in seinem autobiografischen Werk die Krankheit seines Vaters mit einfühlsamen Worten. Auch die Spannung zwischen häuslicher Pflege durch eine ausländische Pflegefachkraft und pflegender Angehöriger wird in diesem Buch gut dargestellt.

    Was beiden Büchern gemeinsam ist, ist der liebevolle Blick auf das Leben von und mit älteren Menschen mit Pflegebedarf. Lebensnah und ohne Fremdwörter skizziert Geiger die mit Alzheimer und Demenz verbundenen Veränderungen für die betroffene Person und das Umfeld, und wie man einen Umgang damit finden kann. Insbesondere für Menschen, die noch wenig Kontakt mit dieser Diagnose hatten, stellt das Buch einen guten Einstieg in die Situation dar.

    Yael Inokai – Ein simpler Eingriff

    Wir werfen den Blick in eine andere Welt: Eine Welt, in der negative Gefühle mithilfe einer Operation ausgeschaltet werden können – insbesondere für Frauen. Yael Inokai entwirft in ihrem Roman das Portrait einer Gesellschaft, in der Pflege ausschließlich auf Profit und Gewinnmaximierung orientiert ist. Ihre Protagonistin Meret ist Krankenschwester und betreut die ihr anvertrauten OP-Patient*innen. Ihre „heile“ Welt gerät ins Wanken, als sie sich in eine andere Krankenschwester verliebt.

    Einfühlsam sucht die Autorin in ihrem Werk nach dem Menschlichen in unseren Systemen. So manche*r Leser*in werden die Parallelen und Unterschiede zwischen Fiktion und Realität wohl gruseln. Ein stilles Buch, das weit nach der Lektüre noch berühren und zum Nachdenken anregen wird.

    Mia Raben – Unter Dojczen

    Wie ist es eigentlich so als Pfleger*in, nach Deutschland zu kommen? Unter diesem Eindruck schreibt Mia Raben die Geschichte der polnischen Pflegekraft Jola, die bei einer gut betuchten Hanseatin als häusliche Pflegekraft die Arbeit aufnimmt. Denn selten bekommt man die Perspektive der Pfleger*innen selbst zu hören. Mia Raben ist das literarisch gelungen, mit Augenzwinkern und einer Prise Ironie: Wie sind „die Deutschen“ und ihre „Seniorki“ denn so als Arbeitgebende? Wohl nicht immer ganz einfach. 😉

    Für die Recherche reiste die Autorin extra nach Polen. Durch ihre sorgfältige Hintergrundrecherche zeigt die Situation vieler Pflegender aus dem Ausland, die zwischen den Kulturen zu sitzen, auf. Ein schöner Roman, um über die interkulturellen Feinheiten zu stolpern, zu lachen und zu sinnieren.

    Hier ist sie also: unsere Auswahl an Büchern für begeisterte Leser*innen. Auch wenn das Thema Pflege nur bedingt in der Literatur vorkommt, gibt es doch vielfältige Ansätze und Einblicke in dieses Berufsfeld. Welche kennen Sie noch? Über Empfehlungen freuen wir uns sehr. In der Zwischenzeit: Viel Spaß bei der Lektüre!

  • 2 Bücher, um erfolgreich mit Pflegekräften aus dem Ausland zu arbeiten

    2 Bücher, um erfolgreich mit Pflegekräften aus dem Ausland zu arbeiten

    [us_image image=“28177″ align=“center“ style=“shadow-1″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator]

    Wir von context YELLOWS stellen Ihnen heute 2 Bücher vor, um die Arbeit mit Pflegekräften aus dem Ausland erfolgreicher zu gestalten. Die beiden Ratgeber setzen an unterschiedlichen Punkten an: Interkultureller Kompetenz für Verwaltungsmitarbeitende sowie Soziale Integration in Gesundheitsunternehmen. Zusammen ergeben die beiden Werke ein Bild, welche Maßnahmen in Deutschland u.a. förderlich sind, um Pflegekräfte aus dem Ausland willkommen zu heißen.

    Beate Antonie Tröster – Von fremd zu bekannt: Aufbau interkultureller Kompetenz in der Verwaltung

    Wer kennt das nicht, in einer Behörde stehen und mit einer mitarbeitenden Person sprechen. Alltagssprache vs. Verwaltungssprache – auch für Muttersprachler*innen kann es an dieser Stelle zu Missverständnissen und Übersetzungsproblemen kommen. Kommen nun Kund*innen aus Drittländern nach Deutschland, kann Kultur diese Missverständnisse und Übersetzungshindernisse verschärfen. An diesem Punkt setzt die Autorin an.

    Anhand von konkreten Beispiele zeigt sie auf, welche Kompetenzen Verwaltungsmitarbeitende im Umgang mit Menschen aus anderen Kulturen mitbringen sollten. Dabei bezieht sie der Begriff Kultur nicht nur auf Herkunft, sondern auch schon auf die Kulturunterschiede zwischen Alltag und Bürokratie. Umso wichtiger ist es daher, sich bei Menschen aus dem Ausland in Offenheit zu üben. Angesprochen werden hierbei der Umgang mit ausländischen Fachkräfte innerhalb von Behörden sowie ausländische Fachkräfte als Kund*innen von Behörden.

    Besonders hervorzuheben sind die vielen Übungen, die sich mit dem Thema Selbst-Reflexion beschäftigen und den eigenen Wertekatalog aufzeigen, auf dessen Grundlage wir Andere beurteilen. Aber auch die zahlreichen Fälle aus der Praxis zeigen auf, wie viel Potential im Willkommenheißen von Vielfalt stecken. Dass damit der Status Quo innerhalb von Behörden und Verwaltungen aufgemischt wird, liegt nahe. Dieses Buch ist ein Schritt in genau diese Richtung.

    Christine Güse – Integration ausländischer Pflegekräfte

    Eine Vogelperspektive nehmen wir mit dem nächsten Buchtipp ein. Prof. Dr. Christine Güse unterrichtet an der Evangelischen Hochschule Nürnberg im Bereich Gesundheits- und Pflegemanagement. In ihrem neuen Praxisratgeber wird untersucht, wie Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen und ambulante Pflegedienste internationale Pflegekräfte nachhaltig integrieren können. Konkrete Konzepte für das Onboarding und Handlungsempfehlungen für akute Fragestellungen werden anhand von tatsächlichen Fällen in Gesundheitsunternehmen behandelt.

    Die hiesige Pflegeinfrastruktur ist ohne ausländische Pflegefachkräfte nicht mehr leistbar. Die soziale Integration der internationalen Arbeitsmigrant*innen ist also ein Schlüssel, um Pflege in Deutschland zu gewährleisten. Ein Blick in das vorliegende Werk zeigt mit wissenschaftlichem Blick, wie das gelingen kann.

  • Pflege, ready, go: Pflegekräfte aus dem Ausland und 3 Tipps für das Kennenlernengespräch für Arbeitgeber

    Pflege, ready, go: Pflegekräfte aus dem Ausland und 3 Tipps für das Kennenlernengespräch für Arbeitgeber

    [us_image image=“28128″ align=“center“ style=“shadow-1″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator]

    Pflegekräfte aus dem Ausland sind auf Zack: Bei uns gehen als Personaldienstleister einige Bewerbungen von internationalen Pflegekräften ein. Beim ersten Kennenlernen läuft es manchmal gut, manchmal ist es auch mühsam.  Heute nehmen wir uns dieses Thema vor und plaudern ein bisschen aus dem „Personaler-Nähkästchen“. Dabei gibt es auch einige praktische Tipps und Tricks für Arbeitgeber*innen.

    1) Langsam und deutlich sprechen

    Es klingt so einfach und geht im Eifer des Gefechts dann doch oft unter: Bitte langsam sprechen. Die meisten Pflegekräfte aus dem Ausland sind vor und während des Kennenlerngesprächs mit ihren potenziellen Arbeitgebern unfassbar aufgeregt. Immerhin handelt es sich um ein zukunftsweisendes Gespräch. Man trifft zudem (vielleicht zum ersten Mal) auf einen Deutsch-Kontakt außerhalb der bekannten Umgebung. Diese Prüfungssituation ist für die Pflegekräfte oft nervenaufreibend.

    In unseren gemeinsamen Kennenlerngesprächen mit den Arbeitgebern und Pflegekräften schlagen wir daher gerne vor, dass die Arbeitgeber und ihre Vertreter*innen sich zuerst vorstellen. Das gibt einen Rahmen und die Pflegekräfte haben einen Moment zum Durchatmen und im Gespräch anzukommen. So bekommen die Pfleger*innen auch einen Eindruck bekommen, mit wem sie es zu tun haben.

    Wichtig beim Gespräch ist, langsam und deutlich zu sprechen. Für Muttersprachler*innen kann das gedrosselte Tempo und die einfachere Sprache etwas gewöhnungsbedürftig sein. Auch gerne kurze Sätze ohne viele Nebeneinschübe sind hier sehr hilfreich. Sollten Sie noch nicht so viele Erfahrungen mit internationalem Personal haben, ist das Kennenlernen eine gute Übung für später, wenn die Pflegekraft im Haus ist und angeleitet werden muss.

    2) Verständnis zu haben, bedeutet nicht, alles durchgehen zu lassen

    Wir wiederholen uns: Nur wenn sich Pflegekräfte aus dem Ausland gut integriert und angenommen fühlen, werden sie sich langfristig und freiwillig an Ihr Gesundheitsunternehmen binden wollen. Daher sind Interesse und Verständnis für die Situation der Pfleger*innen und ihre Umstände unabdingbar. Ermutigen Sie sich auch, zum Beispiel, wenn Grammatikfehler passieren oder Vokabeln vergessen werden, es nochmal und anders zu versuchen. Das schafft Vertrauen und bietet eine erste Grundlage für eine gemeinsame Fehlerkultur.

    Viele Pflegekräfte aus dem Ausland haben den Anspruch, sich im Kennenlerngespräch perfekt und fehlerfrei zu zeigen. Das ist verständlich, möchte man sich doch bei dieser ersten Gelegenheit von der besten Seite zeigen. Manche Pfleger*innen können dabei aber über das Ziel hinausschießen. Wir haben es schon oft erlebt, dass Selbstvorstellungen und Antworten auf mögliche Fragen stark vorbereitet sind und damit auch lang und komplex werden. Sätze mit komplizierten Worten und drei Kommas kann sich leider meistens kaum jemand merken. Daher werden Antworten abgelesen oder auswendig aufgesagt.

    Haben Sie Verständnis, wieso die Pfleger*innen das tun. Versuchen Sie, die gestellten Fragen umzuformulieren oder andere Fragen zu stellen als allseits bekannte „Standard-Fragen“. Ermutigen Sie die Kandidat*innen, dass sie schon sehr gut sprechen und dass Sie sich über den gemeinsamen Austausch auf Deutsch freuen.

    Eine besondere Herausforderung kommt unserer neueren Erfahrung nach auch durch die Nutzung von Künstlicher Intelligenz. In einigen Vorstellungsgesprächen haben wir es erlebt, dass Kandidat*innen Übersetzungstools nutzen. Gesagtes kann so umgehend in die Muttersprache übersetzt und eine Antwort nahezu parallel in der Zielsprache ausgegeben werden. Oder auch das Einflüstern von Antworten durch Dritte über Knopf im Ohr sind interessante Begleiterscheinungen des technologischen Fortschritts. Je besser die technologischen Möglichkeiten werden, desto schwerer kann es sein, diese Tricks zu entdecken.

    Das Kennenlernen Online ist also auch ein Faktencheck für die Fähigkeiten des oder der Kandidat*in. Sollten sich einmal Zweifel regen, raten wir von einer direkten Konfrontation, noch dazu im Gespräch, ab. In vielen Herkunftsländern gilt eine direkte Kritik als immenser Gesichtsverlust. Daher empfehlen wir, gute Miene zum „bösen“ Spiel zu machen und die Gründe für eine mögliche Absage, Vertagung oder Wiederholung auf andere Faktoren zu legen.

    3) Schaffen Sie Vorfreude auf Ihr Unternehmen, auf Deutschland, auf Mehr

    Ein internationaler Umzug ist ein großer Schritt. Im Kennenlernen geht es daher unter anderem auch darum, der ausländischen Fachkraft Interesse und Willkommen auszusprechen. Das macht Lust und Motivation, die kommenden Monate mit Behörden im Heimatland, Ausreise und Abschied, usw. zu navigieren. Zeigen Sie also auch gerne schon Vorfreude beim ersten Online-Kennenlernen.

    Eine wichtige Regel ist: Besprechen Sie Dinge, die die Pflegekraft betreffen, gerne direkt mit der Pflegekraft. Jedes Sprechen ÜBER die Pflegekräfte aus dem Ausland in ihrer Anwesenheit ist einmal zu viel. Sie würden es bestimmt auch als unangenehm empfinden, wenn die Pflegekraft plötzlich in ihrer eigenen Muttersprache vor Ihren Augen und Ohren offensichtlich über Sie sprechen würde, oder? 😉

    Sprechen Sie also gerne MIT den Pflegekräften. Fragen Sie, wie es ihr geht, was sie macht, wie ihr Alltag aussieht und was sie beschäftigt. Themen, die wir in Deutschland als „zu persönlich“ bewerten würden, sind in anderen Kontexten gängige Small-Talk-Themen. Dazu gehören, z.B. Familie, Familienstand, Herkunft. Eine unverfängliche Plauderei zu diesen Themen (mit nicht allzu vielen Details) sorgt oft für sozialen Kitt. Für weitere Ideen zu Unterhaltungsthemen, ob im Kennenlernen oder im Berufsalltag, schauen Sie gerne auf unseren Blog.

    Und zu guter Letzt: Versuchen Sie, sich die Einstellung aus dem Kennenlerngespräch zu wahren. Auch als Arbeitgeber „bewerben“ Sie sich um die Pflegekräfte aus dem Ausland, nicht nur beim ersten Kontaktpunkt, sondern an jedem Punkt in ihrem Arbeitsalltag. Oft geht dieser Aspekt im Tohuwabohu des Alltags unter. Wenn Sie die Kultur der Wertschätzung aus dem Kennenlernen in den regulären Werktag mitnehmen können, sind Sie schon ein gutes Stück weiter, um ihre Pflegekräfte aus dem Ausland langfristig engagieren zu können.

  • „Pflegekräfte aus dem Ausland brauchen einen Vertrauensvorschuss“: Youness Youssfi, Einrichtungsleiter

    „Pflegekräfte aus dem Ausland brauchen einen Vertrauensvorschuss“: Youness Youssfi, Einrichtungsleiter

    [us_image image=“28241″ align=“center“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator]

    Die ersten vier Pflegekräfte aus dem Ausland, die in der Seniorenresidenz „Glemstalblick“ im Einsatz waren, haben das Unternehmen nach kurzer Zeit wieder verlassen. Dann kam Youness Youssfi als neuer Einrichtungsleiter und hat sofort gesehen, was in Sachen Integration schief läuft. Im Interview mit context YELLOWS berichtet er über sein neues Onboarding- und Integrationskonzept und seine Vorstellung von guter Führung.

    [us_separator][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Wie viele Pflegekräfte aus dem Ausland arbeiten aktuell bei Ihnen?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Inzwischen arbeiten sechs neue Pflegekräfte aus Vietnam, Brasilien, China und von den Philippinen bei uns, vier von ihnen wurden über context YELLOWS vermittelt. Sie kommen hier in ein Multi Kulti-Haus, in dem auch die Stammbelegschaft kulturelle Hintergründe aus aller Herren Länder mitbringt. Insgesamt sind in den Einrichtungen des Arbeiter-Samariter-Bundes in der Region Stuttgart 69 ausländische Pflegekräfte beschäftigt.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Was haben Sie am Onboardingkonzept geändert?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Es war sehr frustrierend zu sehen, welcher Zeit- und Geldaufwand in die ersten vier ausländischen Pflegekräfte investiert worden war, ohne dass es sich nachhaltig gelohnt hätte. Mir war klar: Wir machen irgendwas falsch, das muss besser begleitet werden. Ich habe dann alles ganz neu aufgesetzt. Angefangen mit der Abholung vom Flughafen mit einem Shuttle Service über die möblierte und mit Besteck und anderem Haushaltszubehör ausgestattete Wohnung, die wir zur Verfügung stellen, bis hin zum Laptop, den die ausländischen Pflegekräfte von uns bekommen, damit sie im Anpassungskurs mitschreiben können.

    Wir besorgen Verpflegung für die ersten zwei, drei Tage und begleiten die internationalen Mitarbeitenden bei Behördengängen, z.B. zur Ummeldung, und zur Kontoeröffnung bei der Bank. Die ersten Tage nach der Einreise haben sie frei, damit sie sich akklimatisieren können. Drei, vier Tage muss man ihnen schon geben, damit sie die Wege zwischen Einrichtung, Wohnung und Innenstadt üben und erste Kontakte mit Kolleg*innen knüpfen können. Vielleicht ergibt es sich, dass sie mit jemandem gemeinsam zur Arbeit gehen können?

    Und das alles ist nur das Onboardingprogramm für die erste Woche. Ich vertraue da auf meine eigene Lebenserfahrung. Ich habe selber einen Migrationshintergrund und habe mich vom Pflegehelfer zur Pflegefachkraft und schließlich zur Einrichtungsleitung hochgearbeitet. Ich weiß, wo die Hürden liegen.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Was ist nach der Einreisephase wichtig?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Die richtige Erwartungshaltung ist wichtig. Man kann nicht davon ausgehen, dass die Arbeitsmigrant*innen vom ersten Tag an „spuren“, also genauso viel leisten wie langjährige Mitarbeitende. Sie brauchen viel Unterstützung. Sie kommen aus einer anderen Kultur, alle Abläufe sind neu für sie. Und selbst nach der bestandenen Prüfung fühlt es sich an, wie ins kalte Wasser geworfen zu werden, wenn man erstmals eigenverantwortlich mit Ärzt*innen telefonieren, sich mit Angehörigen auseinandersetzen und mit Bewohner*innen klarkommen muss. Viele internationale Mitarbeitende haben anfangs Angst davor und müssen auch nach der Anerkennung noch so lange begleitet werden, bis sie sicher sind, alleine klarzukommen.

    Ich als Einrichtungsleiter kümmere mich gemeinsam mit der Pflegedienstleitung und einer Praxisanleiterin und gerontopsychiatrischen Fachkraft darum, dass regelmäßige Evaluationsgespräche durchgeführt werden: Was klappt schon gut, was noch nicht? Welche Sorgen gibt es? Auch mit der Bildungsstätte, in der der Anpassungskurs stattfindet, gibt es Gespräche mit den Pädagog*innen, einem Mitarbeitenden aus unserer Einrichtung und der ausländischen Pflegekraft. Und nicht zuletzt haben wir einmal die Woche eine interdisziplinäre Teambesprechung mit der Pflege, den Betreuungsassistent*innen, der Küche, der Hauswirtschaft. Auch da werden regelmäßig interkulturelle Themen diskutiert.

    Oft geht es um die Sprachbarriere und auch kulturell bedingte Charaktermerkmale. Unsere asiatischen Pflegekräfte sind schüchtern, haben Probleme mit der Konfrontation und trauen sich oft nicht, nein zu sagen. Sie sagen immer „Ja und Amen“, auch wenn sie etwas nicht verstehen oder wenn ihnen etwas nicht passt. Wir müssen ihnen erst beibringen, dass man sich auch wehren darf und dass es jemanden gibt, an den sie sich wenden können. Die einheimischen Mitarbeitenden können sich auf unserer Fortbildungsplattform online auch zum Thema interkulturelle Kompetenz informieren. Wir haben eine WhatsApp-Gruppe, in der sie Angebote für die neuen internationalen Kolleg*innen posten können. Der eine lädt mal zum Abendessen ein, die andere bietet privaten Deutschunterricht.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Wie kommen Ihre internationalen Mitarbeitenden mit der Lage der Einrichtung klar?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Leonberg ist zwar keine Großstadt, aber doch eine mittelgroße Stadt, in der es alles gibt, was man zum Leben braucht – einschließlich Freizeitmöglichkeiten. Nach Stuttgart sind es mit dem Auto auch nur 15 Minuten, mit dem öffentlichen Nahverkehr eine halbe Stunde. Wir bieten das Jobticket an. Insofern haben wir da nicht die Schwierigkeiten, die Einrichtungen in ländlichen Gebieten haben, Pflegekräfte zu halten.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Welche Herausforderungen gibt es innerhalb der Pflegeteams?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Urlaub ist natürlich immer ein Thema. Unsere ausländischen Pflegekräfte möchten gerne vier, fünf Wochen am Stück nehmen, um in die Heimat zu fliegen. Und ich verstehe nicht, warum man das nicht möglich machen sollte. Dienstplantechnisch lässt es sich einrichten, die Wünsche der Stammbelegschaft werden ja auch so gut es geht berücksichtigt, und der Vorteil ist doch, dass die internationalen Mitarbeitenden den Rest des Jahres dann zum Arbeiten zur Verfügung stehen. Meist auch sehr gern. Aus Dankbarkeit dafür, dass wir ihnen den langen Heimaturlaub ermöglichen, melden sie sich freiwillig für Krankheitsvertretungen. Und das wird dann natürlich zusätzlich vergütet oder wir fragen sofort, welchen anderen Wunschtag man dafür frei haben möchte. Unser Ausfallmanagement wird in letzter Zeit immer besser, unser Krankenstand geht zurück. Wenn es viel Krankheit gibt, läuft immer irgendetwas schief, und dem muss man dann auf den Grund gehen.

    Mit dem Urlaub machen wir es so, dass wir langfristig planen und einen Urlaubsplan aushängen, in den sich alle Pflegekräfte eintragen können. Sie sehen dann ja selbst, wenn sich etwas überschneidet, und gehen von ganz alleine miteinander ins Gespräch, um Kompromisse zu finden. Das ist mir sowieso sehr wichtig, dass meine Mitarbeitenden selber Lösungsvorschläge bringen. Und dass sie nicht nur an sich selbst denken. Wir müssen alle in dieselbe Richtung rudern, sonst kann das nicht funktionieren. Wenn man ihnen als Einrichtungsleiter die Möglichkeit gibt mit zu entscheiden, und nur im Konfliktfall eingreift, sorgt das langfristig für mehr Zufriedenheit.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Das klingt nach einem modernen Führungsstil…“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Ja, ich erziehe meine Mitarbeitenden dazu, nicht in der Opferrolle zu verharren, nach dem Motto: Gegen den Pflegenotstand kann man sowieso nichts machen. Denn das stimmt nicht. Oft entstehen die besten Lösungsansätze aus einer vagen Idee, die jemand äußert, von dem man es am wenigsten erwartet hätte. Das lobe ich dann und vermittele: Jede Idee ist wertvoll! Wir hören uns alle Vorschläge an und entscheiden uns dann für den besten. Ein Pflegehelfer ist bei uns genauso wichtig wie die Pflegedienstleiterin – oder eben eine frisch eingetroffene Fachkraft aus dem Ausland.

    Leider ist im Gesundheitswesen ein bestrafender Führungsstil noch weit verbreitet, der bei Problemen immer zuerst die Schuldfrage stellt. Bei uns wissen alle, dass sie für Fehler nicht verurteilt werden, sondern dass wir gemeinsam daraus lernen. Dass es nicht darauf ankommt, wer ein Problem verursacht hat, sondern wem der beste Lösungsansatz einfällt. Je mehr Probleme sie auf diese Weise gemeinsam lösen, desto besser kommen die Pflegeteams selbst zurecht. Ich glaube, dass meine Einrichtung dann am besten läuft, wenn sie auch ohne mich funktioniert. Gute Führung hängt nicht an einer Person, die Wissen hortet, sondern an Strukturen, die darauf ausgerichtet sind, dass alle mitmachen und am selben Strang ziehen.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Wie läuft die Zusammenarbeit mit context YELLOWS?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Wir arbeiten auch noch mit einem anderen Personalvermittler zusammen, daher habe ich den direkten Vergleich. Olivia Prauss von context YELLOWS kümmert sich wirklich vorbildlich. Ich habe noch nie erlebt, dass ein Personalvermittler die vermittelten Personen so schön begleitet. Ich bin wirklich sehr dankbar.

    Frau Prauss bleibt im regelmäßigen Austausch mit mir, sie war auch schon hier vor Ort und wir haben ein interkulturelles Abendessen organisiert. Es ist sehr hilfreich, dass sich die chinesischen Pflegekräfte mit ihren Sorgen auch an Frau Prauss wenden können, wenn sie sich nicht trauen, damit zu mir zu kommen. Dann kann sie vermitteln.

    Aktuell haben zum Beispiel leider zwei Pflegefachkräfte einen der drei mündlichen Teile der Prüfung am Ende des Anerkennungskurses nicht bestanden. Nun machen wir ihnen keine Vorwürfe, sondern Mut: „Bei der Wiederholungsprüfung schaffen Sie das!“ Wir finanzieren ihnen noch einmal einen zweiwöchigen Prüfungsvorbereitungskurs und stellen sie dafür frei. Auch Frau Prauss wirkt positiv auf sie ein: „Es ist fast geschafft, jetzt konzentriert euch noch ein letztes Mal!“

    Für uns hängt viel davon ab, dass sie die Wiederholungsprüfung bestehen. Denn eine dritte Chance bekommen sie nicht, der Antrag auf Anerkennung wird dann abgelehnt.

    [us_separator size=“small“][us_iconbox icon=“material|check“ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“ title=“Können Sie Ihre Tipps für andere Gesundheitseinrichtungen noch einmal zusammenfassen?“ iconpos=“left“ alignment=“left“][/us_iconbox][us_separator size=“small“]

    Nehmen Sie sich Zeit für die Integration der neuen Kolleg*innen aus dem Ausland! Machen Sie Ihren Mitarbeiter*innen begreiflich, dass sie in ihre eigene Zukunft investieren, wenn sie die ausländischen Pflegekräfte gut begleiten und ihnen positiv begegnen. Nur, wenn man ihnen Vertrauen schenkt, kann das Miteinander funktionieren.

    Und machen Sie möglich, was irgend geht. Wir haben eine ausländische Pflegekraft, die uns kürzlich mitgeteilt hat, dass sie ihr 4-jähriges Kind nach Deutschland holen muss, weil die Betreuungssituation sich zerschlagen hat. Da können wir jetzt nicht nein sagen. Und wir müssen mitdenken: an den Kitaplatz, daran, dass die Mutter vielleicht nur noch Teilzeit arbeiten können wird, wenn das Kind hier ist. Je mehr man sich engagiert, desto mehr Dankbarkeit bekommt man zurück. Die Pflegekräfte aus China, Vietnam und anderen Ländern engagieren sich zu 100 Prozent, denn sie merken, dass es ein Geben und Nehmen ist.

    Schreiten Sie streng ein, wenn Sie erleben, dass die ausländischen Pflegekräfte schlecht behandelt werden. Einheimische Mitarbeitende können manchmal wirklich grausam sein. Ich dulde es nicht, wenn jemand laut oder dominant wird. Wir haben einen so genannten „ASB-Verhaltenskodex“, der muss respektiert werden. Niemand hat es verdient, angeschrien zu werden. Wir sind alle Angestellte des Arbeiter-Samariter-Bundes und keiner kann seinen Job ohne die Hilfe der anderen machen. Darum werden hier auch alle gleich behandelt. Wir müssen uns doch gegenseitig das Leben nicht noch schwerer machen als es ist.

    [us_separator size=“small“]

    Interview: Maja Schäfer

  • 4 Veranstaltungstipps für die Pflege: Antirassismus, Kultursensibilität, Integrationsnetzwerk, Gesundheitliche Chancengleichheit

    4 Veranstaltungstipps für die Pflege: Antirassismus, Kultursensibilität, Integrationsnetzwerk, Gesundheitliche Chancengleichheit

    [us_image image=“28168″ align=“center“ style=“shadow-1″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator]

    Unser context YELLOWS Netzwerk möchten wir gerne auf kommende Veranstaltungstipps im Bereich Pflege hinweisen:

    Am 15. November 2024 bzw. 09. Dezember 2024 findet in Berlin von 10-14 Uhr ein Antirassismus-Training für Pflegefachpersonen statt, ausgerichtet vom DfBK. Mehr Informationen finden sich hier.

    Der zweite Hinweis widmet sich dem Thema: Kultursensibilität am Lebensende – Multireligiöse und ethische Perspektiven im Krankenhaus. Der Termin findet am 19. November 2024 (ebenfalls online) statt. Die Begleitung von Menschen mit diversen Hintergründen fokussiert sich insbesondere auf wertebasiertes Handeln. Mehr Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.

    Der dritte Hinweis ist besonders für unsere Kolleg*innen im Integrationsmanagement interessant: Das Netzwerk Integrationsmanagement in der Pflege trifft sich am 25. November 2024 von 18:00-19:30 Uhr zum Online-Austausch auf Zoom. Mehr Informationen zur digitalen Abendveranstaltung finden sich hier.

    Der 3. Fachtag Interkulturelle Kompetenz – Gesundheitliche Chancengleichheit mit Schwerpunkt Frauengesundheit – global und regional findet online statt am 03. Dezember 2024 von 09:30–12:30 Uhr. Insbesondere die transkulturellen Perspektiven zu Krankheit und Gesundheit könnten für Teilnehmende spannend sein. Mehr Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung findet hier.

    Wir wünschen frohe Fortbildung!

  • Wir waren dabei: Deutscher Pflegetag 2024! Fazit: Pflegekräfte aus dem Ausland & Integration ein Muss

    Wir waren dabei: Deutscher Pflegetag 2024! Fazit: Pflegekräfte aus dem Ausland & Integration ein Muss

    [us_image image=“28235″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator]

    Deutscher Pflegetag 2024: Die diesjährige Ausgabe fand vom 7.-8. November in Berlin statt. Wir von context YELLOWS haben uns gefreut, Teil der 9.000 Teilnehmenden gewesen zu sein. Unsere Geschäftsführung Olivia Prauss und Recruiting Mitarbeiterin Xiyu Yang waren vor Ort.

    Besonders gefreut haben wir uns über den Programmschwerpunkt #PflegezeigtHaltung. An verschiedenen Stellen im Programm sprachen Vertreter*innen aus der Pflege, Politik und Praxis über die Notwendigkeit, sich aktiv in die Gestaltung unseres Miteinanders einzubringen. Insbesondere die Notwendigkeit, Pflegekräfte aus dem Ausland erfolgreich zu integrieren, wurde mehrfach ausdrücklich betont – wie auch von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. Ohne Pflegekräfte aus dem Ausland geht es im Gesundheitswesen einfach nicht mehr.

    Im Panel zum Thema Diskriminierung und Rassismus in der Gesundheitsversorgung wurde der Nationale Diskriminierungs- und Rassismusmonitor des DeZIM e.V. vorgestellt. Darin wird deutlich, dass es eine Korrelation zwischen subjektivem Gesundheitserleben und Diskriminierungserfahrung gibt. Mit Blick auf die langfristige Bindung von Pflegekräften also ein wichtiges Thema. Die Anti-Diskriminierungsbeauftragte Ferda Attaman wies diesbezüglich auf die zahlreichen kostenfreien Angebote der Antidiskriminierungsstelle des Bundes hin. Arbeitgeber sind jedoch aufgerufen, auch innerhalb ihrer Strukturen Prozesse einzuführen, die von Diskriminierung betroffenen Mitarbeiter*innen bei Bedarf Anlaufstellen und Unterstützungsangebote zusichern.

    Im Panel zum Thema Onboarding und Integration von ausländischen Pflegekräften haben die Sprecher*innen interessante Beispiele für regionale Netzwerke vorgestellt. So greifen in manchen regionalen Netzwerken die Bereiche Arbeit, Wohnen und Soziales ineinander und bilden so ein Geflecht, das Pflegekräfte aus dem Ausland gut auffangen kann. Wohnräume werden gestellt und die Organisation von Freizeitaktivitäten unterstützt. Wie Arbeitgeber an dieser Stelle Verantwortung übernehmen, haben die vorgestellten Case-Studies illustriert.

    Überrascht hat uns, wie groß der Zuspruch für das Thema Pflegekräfte aus dem Ausland war. Es scheint sich aktuell ein Momentum gebildet zu haben, das die Chancen (und Herausforderungen) um dieses Thema anerkennt. Wir von context YELLOWS freuen uns sehr darüber, stellt es doch auch einen Beweis für die Anerkennung unserer Expertise dar.

    Schade fanden wir ein bisschen, dass Pflegekräfte aus dem Ausland in den betreffenden Panels so wenig selbst aufgetreten sind. Sie sind eine so wichtige Ressource und gleichwertiger Teil unseres Systems. Wir freuen uns schon auf die nächsten Events mit ihnen gemeinsam.

    Insgesamt lässt sich sagen: Internationale Pflegekräfte und ihre gute Integration sind eines DER Themen im Gesundheitsbereich. Viele Intitiativen gibt es schon und es werden sicherlich noch mehr folgen. Wir freuen uns auf die beruflichen Impulse, die durch den Deutschen Pflegetag 2024 entstanden sind. Vielen Dank für die Beiträge!

  • 3 Tipps für das Interview mit dem Arbeitgeber als Pflegekräfte aus dem Ausland

    3 Tipps für das Interview mit dem Arbeitgeber als Pflegekräfte aus dem Ausland

    [us_image image=“28139″ align=“center“ style=“shadow-1″ link=“%7B%22url%22%3A%22%22%7D“][us_separator]

    Das Kennenlernen bzw. das erste Interview mit einem potenziellen Arbeitgeber in Deutschland ist für viele Pflegekräfte aus dem Ausland ein aufregender Moment. Wir bei context YELLOWS haben schon zahlreiche Gespräche begleitet. Aus unserer Praxis teilen wir nun 3 Tipps zur Interview-Vorbereitung für Pflegekräfte aus dem Ausland. Praxistipps für das Kennenlerngespräch für Arbeitgeber finden Sie demnächst ebenfalls in unserem Blog.

    1) Es ist wichtig, sich gut vorzubereiten.

    Bewerbung verschickt, Unterlagen eingereicht, Interviewtermin vereinbart: Der nächste Schritt kann kommen. Wie bei anderen Terminen auch, ist es wichtig, sich auf das Kennenlernen mit dem Arbeitgeber gut vorzubereiten.

    Überlege Dir gerne: Was will ich, was ist mir beruflich wichtig und interessiert mich an meinem möglichen neuen Arbeitgeber? Wie sieht die Arbeit dort aus? Wo genau liegt der Arbeitgeber? Was könnte ich an dem Ort mögen, an dem ich arbeiten werde? Eine gute Informationsquelle hierfür ist z.B. Wikipedia. Mit großer Wahrscheinlichkeit findest Du dort einen passenden Eintrag zu Deinem möglichen Wohn- und Arbeitsort.

    Wichtig ist auch, sich zu überlegen: Warum arbeite ich in der Pflege? Warum will ich gerade in Deutschland in der Pflege arbeiten? Was mag ich an Deutschland? Weiß ich ungefähr, welche Unterschiede es geben wird und welche Aufgaben ich übernehmen werde? Weiß ich, was der Unterschied zwischen Behandlungs- und Grundpflege ist? Weiß ich auch, dass sehr wahrscheinlich deutlich mehr Grundpflege auf mich zukommen wird? Was habe ich in meinem Heimatland für Aufgaben übernommen? Kann ich das auch auf Deutsch ausdrücken? Welche Unterschiede könnte es im Vergleich zu Deutschland geben?

    Man muss nicht alles wissen, vieles lässt sich auch im Gespräch erfragen. Vor Allem die Abläufe sind je nach Arbeitgeber sehr unterschiedlich. Sich grundsätzlich Gedanken zur Arbeit in Deutschland zu machen und zu vergleichen, ist allerdings nicht verkehrt. Es hilft bei der Einordnung, was in der kommenden Zeit auf Dich zukommen kann.

    Wir haben es schon oft erlebt, dass Arbeitgeber diese Fragen nach Motivation und Kenntnissen stellen. Es ist daher wichtig, sich gut darauf vorzubereiten. Eventuelle Vokabel und Wörter lohnen sich, vorab nachzuschlagen und einzuüben.

    Für manche Arbeitgeber ist auch interessant, was mit Deinem Umfeld passiert, wenn Du als Pflegekraft nach Deutschland gehst. Überleg also auch gerne: Was passiert mit meiner Familie, wenn ich nach Deutschland gehe? Bleibt meine Familie im Heimatland oder sollen sie später nach Deutschland kommen?

    Das sind nur einige Einblicke in Fragen, die wir häufig im Interview erlebt haben. Daraus kann mit großer Wahrscheinlichkeit ein interessantes Kennenlerngespräch entstehen. Nur Mut!

    2) Fehler zu machen ist okay

    Viele Pflegekräfte aus dem Ausland haben den Anspruch, sich perfekt und fehlerfrei zu zeigen. Das ist verständlich, möchte man sich vor einem möglichen Arbeitgeber von der besten Seite zeigen. Ein Ergebnis ist, dass viele Pfleger*innen ihre Antworten schriftlich verfassen. Vielleicht auch Du. Das gibt Halt und Sicherheit. Aufpassen sollte man jedoch, dass die Antworten nicht abgelesen werden. Ein Kennenlerngespräch ist kein Vortrag, sondern ein Dialog. 😉

    Schreib also gerne auf, was Du sagen möchtest. Benutze das gerne als Merkzettel – das machen deutsche Muttersprachler*innen zum Teil auch. Am Ende versuche jedoch, frei zu sprechen. Auch wenn man etwas nicht sofort versteht oder einem ein Wort nicht einfällt, traue Dir und Deinen Fähigkeiten. Es ist normal, Fehler zu machen oder Vokabeln zu vergessen. Umso verständlicher ist es, wenn Fehler in einer stressigen Situation entstehen. Gemeinsam darüber sprechen zu können, ist eine gute Basis für die zukünftige Zusammenarbeit.

    3) Für Ruhe sorgen: Stabiles Internet, leise Umgebung, guter Schlaf und ein Stück Entspannung

    Nachdem es sich beim Kennenlernen mit dem Arbeitgeber (wie bei jeder Prüfungssituation) um eine Stresssituation handelt: Schaffe Ruhe, so gut es geht. Das bedeutet z.B. eine leise und ungestörte Umgebung. So kannst Du während des Gesprächs konzentriert sitzen und sprechen. Es bedeutet auch stabiles Internet. Wir haben erlebt, dass instabile Verbindungen unnötigen Stress auslösen, weil Gesagtes nicht gut übertragen wird. Das ist sehr schade und lässt sich in der Regel gut vermeiden.

    Zu guter Letzt: Versuche tief einzuatmen und so gut es geht entspannt ins Gespräch zu gehen. Ausreichender Schlaf vor dem Tag des Kennenlernens wirkt Wunder. Lerne und wiederhole gerne die schwierigen Vokabeln oder Inhalte mindestens einen Tag vorher. In letzter Minute, am selben Tag noch viel zu lernen, kann zu einem Black-Out führen. Oft ist es die Angst vor der Angst, die am Ende eine blöde Situation macht. Daher unser letzter Rat:

    Glaube an Dich. Wenn Du ein Interview mit einem möglichen Arbeitgeber hast, hast Du schon lange Deutsch und Pflege gelernt. Die Dinge werden gut, daran glauben wir fest. Und wenn es mal schwierig sein sollte, sind wir bei context YELLOWS da, so gut es geht. Also viel Glück bei der Vorbereitung und bis bald beim Kennenlernen!